Polizei beobachtet „Freien Widerstand“ und „Sturm 18“

Zwei NS-Gruppen aktiv

Kassel. Wie aktiv sind rechtsextreme Gruppierungen in Kassel? Diese Frage beschäftigt viele Menschen, seitdem bekannt ist, dass der Kasseler Halit Yozgat offenbar von Rechtsextremen des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) ermordet wurde.

Derzeit sind zwei rechte Gruppen, der „Freie Widerstand Kassel“ (FWKS) und „Sturm 18“ aktiv. Dies sagten Kriminalhauptkommissare Harald Goldmann und Bodo Koch vom Polizeipräsidium Nordhessen im Rechtsausschuss der Stadtverordnetenversammlung. „Dem Freien Widerstand gehören etwa 15 Personen im Alter von 22 bis 45 Jahren an“, sagte Bodo Koch. Immer wieder setze die Gruppe auf politische Agitation. 2011 verteilten die Neonazis in der Innenstadt Aufkleber. Drei Gruppenmitglieder des Freien Widerstandes hätten zudem auf dem Uni-Campus rechte Parolen geschmiert, unter anderem am Holocaust-Mahnmal „Die Rampe“.

Die Aktivitäten des Freien Widerstandes beschränkten sich nicht nur auf Kassel. „Bei überregionalen Neonaziaufmärschen sind immer wieder Mitglieder der Gruppe dabei, so im Februar dieses Jahres in Dresden“, sagte Harald Goldmann. Koordiniert würden die Aktionen über das Internet.

Die zweite aktive Gruppe ist die Kameradschaft „Sturm 18“. In der Vergangenheit sei die etwa zehn Personen umfassende Gruppe wegen ihrer Gewaltbereitschaft aufgefallen, die aber nicht immer im Zusammenhang mit Rechtsradikalismus gestanden habe.

„Die Aktivitäten der Gruppe haben nachgelassen, seitdem ihr Gründer Bernd T. in Haft sitzt“, sagte Koch. Insgesamt hätten eine höhere Polizeipräsenz und intensive Ermittlungen den Aktionsradius der Gruppen eingeschränkt. (flq)

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