Nahverkehr in der Region weitgehend normalisiert, im Fernverkehr noch Probleme

Zwei Tage nach "Xavier": Viele Bahnstrecken noch gesperrt

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Auch heute Vormittag stehen noch etliche Bahnreisende am Bahnhof Wilhelmshöhe und starren auf die Anzeigetafeln. Verspätung haben auch Züge nach Süden.

Kassel/Göttingen. Auch zwei Tage nach Sturm "Xavier" sind wichtige Bahnstrecken im Norden unpassierbar. In der Region hat sich die Lage beruhigt, doch es kommt weiter zu Verspätungen und Ausfällen.

Artikel wurde aktualisiert um 17.24 Uhr - Zwei Tage nach dem verheerenden Sturm "Xavier" bleibt die Lage im Bahnverkehr im Norden angespannt. Die Züge zwischen Hamburg und Hannover fuhren zwar seit Freitagnachmittag wieder. Die beiden wichtigen Strecken Hamburg-Berlin und Hannover-Berlin waren am Samstagmorgen allerdings weiter gesperrt, wie eine Sprecherin sagte. Die Verbindung zwischen der Hauptstadt und Hannover wurde am Samstagnachmittag wieder freigegeben.

In der Region hat sich die Lage zwar weitgehend beruhigt, doch auch hier fallen noch immer Züge aus oder werden umgeleitet. Vor allem der Fernverkehr ist betroffen. 

Einige ICEs von Frankfurt nach Berlin würden über Fulda und Leipzig umgeleitet - diese Fahrt dauere rund zwei Stunden länger, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Samstag. Andere Züge, die eigentlich über Kassel-Wilhelmshöhe Richtung Berlin fahren sollten, fielen aus. "Wir kriegen nicht alle Züge durch die Umleitungsstrecke durch", erklärte die Sprecherin. Am Freitagabend hieß es noch, ab dem heutigen Samstag könne die Fernverkehrsstrecke zwischen Frankfurt und Berlin über Kassel und Göttingen wieder benutzt werden. Dennoch halten die ICEs zwischen Frankfurt und Berlin derzeit nicht in Kassel-Wilhelmshöhe, Göttingen, Hildesheim und Braunschweig. Einzelne Fahrten der Verbindung fallen auch komplett aus oder enden in Hanau oder Fulda. Der Weg von Frankfurt nach Hamburg sei laut Sprecherin aber wieder frei.

Auch Richtung Süden noch Einschränkungen

Auch Fernverkehrszüge auf zahlreichen anderen Strecken sind von den Nachwehen des Sturms betroffen. Von Kassel aus gibt es auch Richtung Süden vereinzelte Zugausfälle. "Man muss mit Einschränkungen rechnen, weil wir die Züge derzeit nicht dort haben, wo sie normalerweise sind", erklärte die Sprecherin. Die Einsatzkräfte seien seit Donnerstag ununterbrochen draußen, um die Strecken freizuräumen. Während der Nahverkehr bereits am Freitag größtenteils wieder lief, müssten die Reisenden auf Fernstrecken noch bis Anfang kommender Woche mit Ausfällen, Verspätungen und langen Wartezeiten rechnen. 

Die Bahnhofstafel in Kassel/Wilhelmshöhe
Die Bahnhofstafel in Göttingen

Tickets bleiben gültig

Laut Auskunft der Bahn sind die Zugtickets mit Gültigkeit von Donnerstag, 5. Oktober noch bis einschließlich 15. Oktober ohne weitere Bescheinigung nutzbar - auch bei Fahrscheinen mit Zugbindung. Wer ganz auf seine Reise verzichtet, kann das Ticket ohne Gebühr zurückgeben.

Die Bahn hat eine kostenlose Sondertelefonnummer 0 8000 99 66 33 für Reiseauskünfte geschaltet.

Sturm hat sich gelegt

Der Sturm hatte am Donnerstagnachmittag an vielen Stellen Bäume auf Oberleitungen und Gleise stürzen lassen. Das Wetter ist mittlerweile wieder ruhiger geworden, stürmen soll es zumindest in der Region vorerst nicht. Rosig sind die Aussichten für das Wochenende und den Start der neuen Woche jedoch nicht.

Kritik am Krisenmanagement der Bahn

Trotz der Organisation von Hotelzügen (Hier geht's zu unserer Reportage aus einem Übernachtungszug) oder dem Verteilen von Taxigutscheinen wurde das Krisenmanagement der Deutschen Bahn vom Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert. "Es hat einfach an Informationen gefehlt", sagte Ehrenvorsitzender Karl-Peter Naumann der "Passauer Neuen Presse". (mit dpa)

Hier können Sie Ihre Zugverbindung vor Fahrtantritt überprüfen. 

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