Waffenversteck bei Kasseler Firma Hübner gefunden

Mordfall Lübcke: Polizei nimmt zwei weitere Männer fest

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Einsatz im Stadtteil Wesertor: Auch am Donnerstag waren Ermittler am Franzgraben, Ecke Martinstraße im Einsatz.

Im Fall des ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat es zwei weitere Festnahmen gegeben. Außerdem wurden Waffen von Stephan Ernst gefunden. Der soll wiederum selbst Waffen verkauft haben.

Dieser Artikel wurde aktualisiert um 15.58 Uhr - Nach Medienberichten handelt es sich bei den Festgenommenen um den Händler und den Vermittler der Waffen für Stephan Ernst, der die Tat am Mittwoch gestanden hatte.

Zuvor hatte es in der Nacht zu Donnerstag Durchsuchungen gegeben - nach Informationen der HNA im Stadtteil Wesertor. Offiziell bestätigt wird das nicht. Allerdings waren auch heute seit dem Morgen Ermittler am Franzgraben, Ecke Martinstraße zu sehen. Anwohner bestätigen, dass auch heute mehrere Polizeiwagen dort standen. Am Mittwoch sollen über Stunden auch mehrere Krankenwagen im Bereich der Schützenstraße geparkt gewesen sein. Bei dem Haus handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus.

Durchsuchungen auch in Fuldabrück und in Helsa

Außerdem gab es Durchsuchungen am Mittwochabend in Fuldabrück-Bergshausen und Helsa im Kreis Kassel, die im Zusammenhang mit dem Mordfall Lübcke stehen. Das bestätigt Hans-Manfred Jung, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel. Es werde jeweils gegen eine Person wegen Verstößen gegen das Waffengesetz ermittelt. Die beiden stünden im Verdacht, Waffen von Stephan Ernst gekauft zu haben. Die Ermittlungen stehen laut Jung aber noch ganz am Anfang, weitere Angaben zu den beiden Personen wollte er nicht machen.

Das Haus in Bergshausen ist am Donnerstag verwaist. Nur das bereits wieder gebrochene Siegel an der Haustür weist daraufhin, dass dort der Polizeieinsatz stattfand. In dem Haus wohnt ein Mann. Laut Nachbarn soll er Mitte 40 sein und in diesem Einfamilienhaus aufgewachsen sein. "Nett war er, ein wenig schüchtern", erklärt eine Nachbarin. Er soll alleinstehend sein und wenig Besuch gehabt haben: "Der einzige, der außer ihm dort ein- und ausgegangen ist, war der Postbote." Ein andere Anwohnerin sagt, er habe bei Hübner gearbeitet. Das könnte eine Verbindung zu Stephan ernst sein, der ebenfalls in dem Unternehmen arbeitete.

Ein Sprecher der ermittelnden Sonderkommission Liemecke sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagmorgen: "Wir bestätigen, dass es an verschiedenen Orten polizeiliche Maßnahmen gegeben hat." Dabei seien auch Waffen gefunden worden, die dem Verdächtigen Stefan Ernst gehören sollen.

Hat die Tat gestanden: Stephan Ernst.

Die Waffen des Tatverdächtigen wurden in einem Erddepot auf dem Gelände des Kasseler Bahnzulieferers Hübner gefunden, dem Arbeitgeber von Stephan Ernst. Die Firma hat den Fund der Waffen auf dem Betriebsgelände bestätigt, will sich dazu aber nicht weiter äußern. 

Lesen Sie auch: Mordfall Lübcke: Innenminister bestätigt Geständnis von Stephan E.

Fall Lübcke: Verdächtiger verrät Waffen-Versteck 

Nach Informationen unserer Zeitung hat Stephan Ernst bei seinem Geständnis die Lage des Depots auf dem Werksgelände genau angegeben.

Laut NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hatte E. in seinem Geständnis offengelegt, dass er über zahlreiche Waffen verfügt - neben der Tatwaffe auch über eine Pump-Gun und eine Maschinenpistole vom Typ Uzi samt Munition. Er nannte Details, wie er sich diese beschafft hat und offenbarte die Verstecke.

Wohnungen der Festgenommenen durchsucht

Bei dem Vermittler der Waffen handelt es sich laut Generalbundesanwalt um den 43-jährigen Kasseler Markus H. Verkäufer war demnach der 64-jährige Elmar J. aus Nordrhein-Westfalen. Nach den Festnahmen der Männer durch SEK-Beamte durchsuchten Polizisten die Wohnungen der beiden in Kassel und in Borgentreich-Natzungen im Landkreis Höxter.

Elmar J. soll Stephan E. die Waffe, mit der dieser Anfang Juni Walter Lübcke erschoss, im Jahr 2016 verkauft haben. Den Kontakt stellte demnach Markus H. her. Vor diesem Hintergrund wird die Bundesanwaltschaft den Erlass von Haftbefehlen wegen des dringenden Tatverdachts der Beihilfe zum Mord beantragen.

Das sind die aktuellen Informationen der Bundesanwaltschaft

Die Bundesanwaltschaft hatte am heutigen Donnerstagmittag über den aktuellen Stand der Ermittlungen informiert. Demnach handelt es sich bei der Tatwaffe eine Faustfeuerwaffe im Kaliber .38. Elmar J. und auch Vermittler Markus H. sollen von der rechtsextremistischen Gesinnung von Stephan Ernst gewusst haben. Sie sollen es außerdem in Kauf genommen haben, dass Ernst die Schusswaffen zu einem politisch motivierten Tötungsverbrechen benutzt. Von den konkreten Anschlagsplänen hätten beide aber nichts gewusst und seien auch nicht eingebunden gewesen. Bislang fehlten auch Anhaltspunkte dafür, dass sich die drei Beschuldigten zu einer rechtsterroristischen Vereinigung zusammengeschlossen haben könnten.

Angaben von Stephan Ernst führten zum Vermittler und zum Händler der Waffen

Ausgangspunkt der Ermittlungen gegen Elmar J. und Markus H. waren laut Bundesanwaltschaft die Angaben von Ernst. Dieser hatte am Dienstag detailliert zur Tat ausgesagt und sein Waffenversteck verraten. Die sichergestellten Waffen werden nun kriminaltechnisch Untersuchung.

Tatverdächtiger verkaufte selbst Waffen

Stephan Ernst hat nach Angaben der Bundesanwaltschaft auch ausgesagt, er habe selbst Waffen an zwei Personen verkauft. Daher habe die Staatsanwaltschaft Kassel Ermittlungen eingeleitet. Bisher gebe es aber keine Anhaltspunkte, dass diese beiden Beschuldigten in die Ermordung von Walter Lübcke verstrickt seien.

Die Beschuldigten Elmar J. und Markus H. sollen heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der dann über die Anordnung der Untersuchungshaft entscheidet.

Weitere Informationen folgen.

Lesen Sie auch: #Zusammen sind wir stark! - Demonstration in Kassel

Mordfall Lübcke: Haus von Stephan E. erneut durchsucht

Haus von Stephan E. erneut durchsucht
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