Zweistündige Familienführung: Die Heldentaten des Herkules

Der Herkules: Wer mehr über den Koloss im Bergpark Wilhelmshöhe wissen will, kann an einer Familienführung teilnehmen. Fotos: Reifenhausen

Kassel. „Was ist ein Held?“, fragt Anne Fingerling in die Runde, und zunächst herrscht fremdelndes Schweigen. Zehn Kinder schauen sie erwartungsvoll an. Mit dabei sind die Eltern und Großeltern, alle gespannt auf eine vielversprechende Führung durch Kassels Bergpark „Mit der Keule in den Himmel. Die Heldentaten des Herkules.“

Landschaftsarchitektin Julia Friedrich und Kunsthistorikerin Anne Fingerling haben sich jüngst diese zweistündige Familienführung ausgedacht. An diesem Sonntag findet sie zum dritten Mal statt, und die Teilnehmer sind eifrig dabei.

„Wie groß ist denn der Fußabdruck des Herkules?“ Fingerling zückt ein Maßband und begeistert messen die Kinder den 1,25 Meter großen Fußabdruck des Herkules. Von der anfänglichen Scheu keine Spur mehr. Auf dem Weg zur Besucherplattform umschwirren die Kinder ihre Leiterin und bombardieren sie mit Fragen.

Hinein in die Pyramide geht es nun, und nach kurzer Bewunderung des einzigartigen Panoramas werden schon die nächsten Zettel aus dem grünen Säcklein gezogen. Hier werden zunächst alle wichtigen Fakten des grünen Riesen erörtert, der seit Beginn des 18. Jahrhunderts über Kassel wacht.

Wer sind seine Eltern, warum ist er überhaupt türkis, und was hat es mit den zwölf Aufgaben auf sich, die er zu lösen hat? „Das ist richtig spannend unaußerdem noch sehr anschaulich“, findet die 13-jährige Lara Erban. Sie kommt aus München und ist mit ihrer kleinen Schwester und ihren Eltern unterwegs.

Wie groß ist der Fußabdruck des Herkules? Max Schulz, Anne Fingerling und Henri Kluthe messen nach.

Das Riesenkopfbecken unterhalb der Besucherplattform ist die nächste Station. Hier erklärt Fingerling den Hintergrund des raffinierten Wassersystems, das die Wasserspiele ermöglicht, und lüftet das Geheimnis um den rätselhaften Steinkopf des Enkelados. Dann beginnt „der Abstieg zu den Weltmeeren“, am Neptunbecken vorbei, über die Teufelsbrücke bis zur Plutogrotte, wo der Einstieg in die Unterwelt auf die Teilnehmer wartet. Diese letzte Station der ereignisreichen Führung behandelt sehr spannende Fragen rund um mythische Figuren wie den Herrscher Hades und was es mit seinem dreiköpfigen Höllenhund Zerberus auf sich hat.

Die Kunsthistorikerin hat viel zu tun, alle Fragen befriedigend zu beantworten. Und nörgelnde Jungs, die anfangs skeptisch das Geschehen beobachteten, stehen nun in der ersten Reihe und wetteifern mit ihrem Wissen.

Nach zwei kurzweiligen Stunden und einem flotten Spaziergang durch Kassels Weltkulturerbe sind alle erschöpft, aber um viele Informationen reicher.

Hintergrund: Die Heldentaten des Herkules

HNA-Lexikon

Mehr über den Herkules im Regiowiki der HNA

Mit "seinem" Herkules hat sich Landgraf Karl von Hessen-Kassel vor rund 300 Jahren hoch oben auf dem Bergrücken des Habichtswaldes ein ganz besonderes Denkmal gesetzt. In der griechischen Mythologie ist Herkules (oder Herakles) einer der berühmtesten und beliebtesten Helden. Doch was versteckt er eigentlich in der rechten Hand hinter seinem Rücken? Und was hat es mit der Keule und dem Löwenfell auf sich? Diese und andere Fragen werden im Rahmen eines zweistündigen Streifzuges durch den Kasseler Bergpark erläutert. Die Teilnehmer begeben sich auf die Spuren des antiken Helden und erfahren viel Wissenswertes über seine Taten.

Eine Führung für Kinder ab acht Jahren mit Julia Friedrich oder Anne Fingerling (Gästeführerinnen). Treffpunkt ist am Besucherzentrum Herkules/ Kasse. Die Führung endet an der Plutogrotte. Kosten: Erwachsener mit Kind(ern), 15 Euro, zwei Erwachsene mit Kind(ern), 20 Euro. Termine auf Anfrage: Tel.: 0561/ 31680-123.

Von Patricia Reifenhausen

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