Stadt überprüft ihr Sicherheitskonzept

Zweite Bombendrohung gegen Rathaus: Polizei geht von einem Täter aus

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Die zweite Drohung innerhalb von vier Tagen: Am Montag wurde das Kasseler Rathaus erneut evakuiert. In einer anonymen E-Mail war die Explosion einer Bombe angekündigt worden.

Kassel. Erst Donnerstag, dann wieder Montag: Die Bombendrohungen, die per E-Mail im Kasseler Rathaus eingegangen sind, haben dafür gesorgt, dass der Verkehr am späten Montagnachmittag erneut in Kassel still stand.

Straßen wurden gesperrt, Bahnen umgeleitet. Auch wenn es sich auch am Montag wieder um eine leere Drohung handelte, so fragen sich viele Menschen in Kassel, wie Polizei und Stadt mit solchen anonymen Drohbriefen künftig umgehen werden.

Die Antwort aus dem Rathaus auf diese Frage wurde am Dienstag sehr allgemein gehalten. Die Stadt arbeite sehr eng und vertrauensvoll mit der Polizei zusammen, teilte Pressesprecher Ingo Happel-Emrich mit. Darüber hinaus überprüfe die Stadt ihr Sicherheitskonzept. „Zudem sensibilisieren wir unsere Mitarbeiter“, so Happel-Emrich.

Diese Punkte seien auch Thema bei einem Gespräch zwischen der Stadt und der Polizei gewesen, das am Dienstagvormittag stattgefunden hat, bestätigt Polizeisprecher Torsten Werner. Mittlerweile sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich bei dem Verfasser der beiden Droh-E-Mails von Donnerstag und Montag um dieselbe Person handelt. „Dafür spricht sehr vieles“, so Werner, ohne auf Details der E-Mail einzugehen.

Die Ermittler hätten keine Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei der Person um den 29-Jährigen handelt, der kürzlich einen Drohbrief an der KVG-Endhaltestelle in Bad Wilhelmshöhe hinterlassen haben soll. Der Mann, der ein Blutbad in der Kasseler Innenstadt für Mitte März angekündigt hatte, war von der Polizei ermittelt worden.

Spurensuche im Netz

Welche Erkenntnisse die Polizei über den Verfasser der E-Mails hat, darüber mache man aus taktischen Erwägungen derzeit keine Angaben, so der Polizeisprecher. Werner weist allerdings die Auffassung als falsch zurück, dass die Polizei ohne Weiteres jede E-Mail zurückverfolgen könne. „Es gibt Fake-E-Mail-Adressen, deren Weg man verschleiern kann, zum Beispiel über ausländische Server.“ Die Polizei arbeite jedenfalls mit Hochdruck daran, den Täter zu ermitteln und zu überführen.

Die Kosten für den Polizeieinsatz am Montag mit 90 Beamten waren nach Angaben des Sprechers mit rund 15 000 Euro wesentlich geringer als noch am Donnerstag. Das sei darauf zurückzuführen, dass der jüngste Einsatz schneller beendet worden sei. Vergangenen Donnerstag waren nach der anonymen Bombendrohung 100 Polizisten über mehrere Stunden rund um das Rathaus im Einsatz gewesen.

Kasseler Rathaus wegen Bombendrohung evakuiert

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