Er lebte 1945 in Kassel

US-Soldat fotografiert Kassel nach dem Krieg: Aufnahmen zum ersten Mal öffentlich

Ruine des Staatstheaters: Auch hier ließ sich Alfred Oliver MacDonald fotografieren.
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Ruine des Staatstheaters: Auch hier ließ sich Alfred Oliver MacDonald fotografie ren.

Zweiter Weltkrieg: Ein amerikanischer Soldat hat vom Kriegsende in Kassel Fotos der zerstörten  Stadt gemacht. Die Bilder wurden jetzt zum ersten Mal veröffentlicht.

  • Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg.
  • Auch Kassel wurde im Kreis teilweise zerstört.
  • Jetzt sind Bilder vom Kriegsende in der Stadt aufgetaucht.

Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg in Deutschland beendet. Die Kapitulation Kassels lag da einen Monat zurück. Jetzt sind Fotos aufgetaucht, die ein amerikanischer Soldat in Kassel gemacht hat. Sie sind eindrucksvolle Dokumente der Zerstörung vom Frühjahr 1945 bis zum Spätsommer und noch nie veröffentlicht worden.

Der Kontakt kam über das Internetangebot der HNA zustande. Er melde sich, weil er dort interessante Fotos vom im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kassel gefunden habe, hat uns Alasdair MacDonald geschrieben. Ob denn Interesse an weiterem Bildmaterial und einigen Informationen bestehe? Aber sicher doch.

Zweiter Weltkrieg in Kassel: Fotos vom Kriegsende - Amerikanischer Soldat war Hobbyfotograf

Die Geschichte geht so: Im Frühjahr 1945 war Alfred Oliver MacDonald ein junger Mann von 24 Jahren und begeisterter Hobbyfotograf, der als Soldat im Zweiten Weltkrieg mit den US-Truppen am Vormarsch von der Normandie Richtung Westen beteiligt war. An vielen Orten hat er damals Erinnerungsfotos gemacht, auch in Kassel.

Ruine des Staatstheaters: Auch hier ließ sich Alfred Oliver MacDonald fotografie ren.

Alfred Oliver MacDonald sei damals im alten Polizeigebäude am Königstor in Kassel stationiert gewesen, hat uns sein Großcousin Alasdair geschrieben. Und als Sicherheitsoffizier hatte der amerikanische Soldat Zugang zur ganzen Stadt. 

Zweiter Weltkrieg in Kassel: Neue Fotos vom Kriegsende aufgetaucht

Hinterlassen hat er eine Vielzahl von hochinteressanten Aufnahmen von den Folgen des Zweite Weltkriegs. Sie ermöglichen einen anderen Blick auf das zerstörte Kassel. Von den Entbehrungen der unmittelbaren Nachkriegszeit ist da wenig zu sehen. Die Perspektive ist eine andere. Da lässt sich ein Sieger von seinen Kameraden für das Familienalbum ablichten und schaut sich überall um.

Beschädigt, aber nutzbar: Das Polizeipräsidium am Königstor. Hier waren Amerikaner stationiert.

Das Interesse an Kassel ist spürbar und hat sich auf den Verwandten übertragen, der in dem kleinen Ort Renfew bei Glasgow in Schottland lebt. Gemeinsam mit seinem Sohn habe er im Sommer 2019 eine Reise nach Deutschland gemacht und mehrere Tage in Kassel verbracht, schreibt der 53-Jährige. Dabei habe er versucht, so viele Orte wie möglich aufzusuchen, die Alfred Oliver MacDonald – er starb 1984 – damals fotografiert hat.

Zweiter Weltkrieg in Kassel: Fotos vom Kriegsende sind Raritäten

Stationen waren die Martinskirche mit ihren in Teilen neuen Türmen, das komplett neu gebaute Staatstheater, der damals stark beschädigte Hauptbahnhof, die Fulda, der Bergpark und der Vordere Westen, der früher Hohenzollernviertel hieß. Ein sehr interessanter Trip nach Kassel auf den Spuren seines Vorfahren sei das gewesen. 

Ruinenlandschaft: Vorn erkennt man den Druselturm, dahinter die Türme der Martinskirche.

Die Fotos hat er von Laurie, der Tochter von Alfred Oliver MacDonald, bekommen. Während der im Zweiten Weltkrieg als Soldat in Deutschland war, hat er immer wieder Postkarten und Fotos nach Hause geschickt. Es sind Raritäten, die neben der Familiengeschichte auch ein Stück Kasselhistorie dokumentieren. 

Von Thomas Siemon

Ein Zeitzeuge erinnert sich an die Bombenacht in Kassel 1943

Das Schlosshotel Wilhelmshöhe in Kassel war im Zweiten Weltkrieg ein Militärstandort.

Hundert Jahre alte Fotos halfen bei der Aufarbeitung des Töchternheims auf der Marbachshöhe in Kassel. Die Einrichtung wurde in den 1920ern gegründet. 

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