78-Jähriger starb an Folgen der Influenza

Zweites Todesopfer: Grippewelle hat Stadt und Kreis Kassel fest im Griff

Kassel. Die Grippewelle hat Kassel weiter fest im Griff: In dieser Woche starb nach Angaben des Gesundheitsamtes Region Kassel ein 78-jähriger Kasseler an den Folgen der Grippe.

Mitte Februar war bereits eine 80-jährige Frau aus Kassel an den Folgen der Influenza gestorben. Die Zahl der seit Januar gemeldeten Fälle hat mit 643 (Stand Freitag) einen neuen Höchststand erreicht.

Die Zahlen sind in den vergangenen Tagen noch einmal deutlich angestiegen, berichtet die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Karin Müller. 88 nachgewiesene Fälle gab es in der Stadt, 118 im Landkreis Kassel. Die Dunkelziffer sei ungleich höher. Denn das Gesundheitsamt registriert nur jene Fälle, bei denen ein Arzt die Grippe durch einen Labortest nachgewiesen hat. Auffällig ist, dass die Grippeepidemie vor allem ältere Menschen trifft: „Deren Immunabwehr ist nicht mehr so gut, oft kommen noch weitere Erkrankungen hinzu“, sagt Dr. Karin Müller. Eine Grippe-Impfung hält sie zum jetzigen Zeitpunkt nur noch für chronisch kranke Menschen für sinnvoll. „Der März bleibt ein Grippemonat.“

Diese Erfahrung machen auch viele Ärzte. Noch nie in den vergangenen 20 Jahren habe es bei ihm einen so großen Andrang gegeben wie zu Beginn der Woche, sagt der Kasseler Allgemeinmediziner Dr. Uwe Popert. 120 Patienten an einem Vormittag seien der Höchstwert gewesen. Gegen Ende der Woche habe sich die Lage etwas entspannt.

Von den knapp 17.000 Beschäftigten bei VW in Baunatal sind aktuell 9,7 Prozent krank. „Das ist deutlich mehr als im Vorjahr“, sagt Unternehmenssprecher Heiko Hellwig. Personalpobleme hat auch die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG). Krankheitsbedingt fährt in Oberzwehren statt der Buslinie 21 ein Sammeltaxi. Ansonsten könne man die Ausfälle aber noch auffangen, sagt Sprecher Ingo Pijanka.

Die Grippe sorgt auch für volle Krankenhäuser: Es hat einen deutlichen Anstieg in den Kasseler Notaufnahmen gegeben, auch in Kliniken im Schwalm-Eder-Kreis gab es Engpässe. Zudem hat es in der Region weitere Todesfälle nach einer Grippe-Infektion gegeben. In Deutschland sind in diesem Winter schon über 130 Menschen an den Folgen einer Grippe gestorben.

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Rubriklistenbild: © Maurizio Gambarini/dpa

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