Brasselsberg bietet viel Wohnqualität

Der grüne Stadtteil zwischen Dönche und Wald

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Zwischen Habichtswald und Dönche: Der grüne Stadtteil Brasselsberg ist Gastgeber der nächsten beiden Festwochen zum Stadtjubiläum 1100 Jahre Kassel. Die Spitze, die links aus den Bäumen ragt, gehört zum Bismarckturm.

Brasselsberg. Mit 4000 Einwohnern ist der Brasselsberg nach Nordshauen (2050) und Jungfernkopf (3800) der bevölkerungsmäßig drittkleinste Stadtteil Kassels. Die Fläche ist dafür recht groß.

Das hat historische Gründe. Um das Jahr 1900 entstanden am Brasselsberg die ersten Häuser. Einer der Pioniere war der Sanitätsrat Dr. Moritz Wiederhold, nach dem eine Straße im Stadtteil benannt ist. In den Jahren 1907 und 1908 siedelten sich mehrere Gärtner an. Zahlreiche Gewächshäuser und Freilandbeete mit Blumen und Gemüse entstanden. Um 1910 standen am Brasselsberg 75 Wohnhäuser.

Nach englischem Vorbild

Die Pläne für eine Gartenstadt nach englischem Vorbild wurden zwar nur in Ansätzen verwirklicht, trotzdem ist der Stadtteil Brasselsberg ein ausgesprochen grünes Quartier mit großzügigen Grundstücken. Geprägt wurde der Stadtteil durch die Entwicklung einer Villenkolonie vor gut 100 Jahren.

1936 wurde der Brasselsberg zusammen mit dem benachbarten Nordshausen eingemeindet und gehört seitdem zu Kassel. Im letzten Kriegsjahr sorgten auch hier Bomben und Luftminen für Zerstörungen.

Eines der ersten Gartenhäuser: Die Aufnahme von der Dachsbergstraße entstand 1908. Foto:  Archiv/nh

Davon ist längst nichts mehr zu sehen. Trotz der im Vergleich zu anderen Stadtteilen überschaubaren Infrastruktur gehört der Brasselsberg zu den attraktivsten - und auch teuersten - Wohnquartieren Kassels. Das führt zu Veränderungen. Wo früher auf einem 2000 Quadratmeter großen Grundstück ein Haus stand, entstehen heute mehrere Stadtvillen mit Eigentumswohnungen. Immobiliengesellschaften, die oft den besten Preis für ein großzügiges Anwesen zahlen, bebauen das Grundstück bis auf den letzten Quadratmeter.

Das freut manche Anwohner genauso wenig wie der Lärm von der A 44. Der Weiterbau des schützenden Erdwalls ist ins Stocken geraten.

Trotzdem lässt es sich unterhalb des Bismarckturms (Baujahr 1904) gut leben. Es gibt enge Beziehungen zu den Nachbarn in Nordshausen. Die Feuerwehren arbeiten zusammen und machen ebenso engagierte Jugendarbeit wie die Kirchengemeinde der Emmauskirche. Auch die Beziehung nach Bad Wilhelmshöhe ist gewachsen. Hier gehen die Kinder zur Grundschule am Heideweg. Ob die weiterhin mit dem Schulbus nach Hause gebracht werden, steht aus Kostengründen auf der Kippe.

Nach der Kommunalwahl 2011 hat der Brasselsberg eine Sonderrolle. Nur in diesem Ortsbeirat ist CDU mit 39 Prozent der Stimmen noch stärkste Fraktion. Danach kommen die Grünen mit 29,6 Prozent, die SPD mit 22 Prozent und die FDP mit 9,2 Prozent. Ortsvosteherin Vera Wilmes (CDU) ist auch die Stadtteilbotschafterin.

Von Thomas Siemon

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