Lärm und Schmutz in der Goetheanlage: Schüler diskutierten mit Anwohnern

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Kein schöner Anblick: Immer wieder bleibt Müll in der Goetheanlage liegen.

Kassel. Die Goetheanlage im Vorderen Westen macht seit Jahren Schlagzeilen. Bis in die Nacht lärmende Jugendliche, Müll und genervte Anwohner sind der Grund. Im Frühjahr hat die Stadt die Notbremse gezogen und ein Alkoholverbot ab 22 Uhr verhängt. Doch das wird auf Dauer nicht reichen.

Artikel aktualisiert um 10.30 Uhr.

So lautet zumindest die Bilanz des von der Stadt Kassel organisierten Präventionstags, bei dem gestern 60 Schüler aus neunten und zehnten Klassen der Heinrich-Schütz-Schule (HSS) in deren Mensa mit Anwohnern über die Zukunft der Goetheanlage diskutierten.

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Es wurde deutlich, dass es mit einem Alkoholverbot nicht getan ist. „Die Leute lassen ihre Hunde laufen. Die Anlage ist ein Hundeklo. Das ist eine Katastrophe“, sagte Anwohnerin Savka Miljkovic. Und Bernd Noé erzählte, vor zehn Jahren habe er in der Goetheanlage mit seinen Kopfhörern noch entspannt Musik hören können. Das sei heute wegen des Lärms nicht mehr möglich. Außerdem habe man als Erholungssuchender an manchen Tagen keine Chance, dem Grillgeruch zu entkommen. Diese Erfahrung bestätigte auch Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph. Die Wegwerfgrills blieben häufig auf dem Rasen zurück. Die Feuerwehr habe mehrmals wegen des glimmenden Grüns anrücken müssen.

Verbote allein helfen da aber wenig, meinten einige Diskussionsteilnehmer. Mit dem Alkoholverbot werde das Problem nur auf andere Plätze und deren Anwohner verlagert, meinte Janis Lüsse (16). Die Stadt sollte auch mehr Abfallbehälter aufstellen, das seien bisher zu wenige, empfahl er.

Lüsses Schulkamerad Julius Löns (15) schlug vor, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen und sie einen Vertrag mit verbindlichen Regeln für die Nutzung der Goetheanlage aushandeln zu lassen. In diese Richtung ging auch die Idee von Johanna Böttner, die an der Goetheanlage wohnt und Referendarin an der HSS ist: Die Besucher der Goetheanlage sollten zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen werden, wo sie sich kennenlernen und austauschen können. Neben festen Regeln seien Eigenverantwortung und Toleranz der Anlagenbesucher gefragt, meinten viele Diskussionsteilnehmer. Es müsse doch möglich sein, dass sich Anwohner und Jugendliche gemeinsam um das Müllproblem kümmerten, sagte Janis Lüsse. Einig waren sich alle darin, dass die Goetheanlage im Gespräch bleiben muss, wenn sich etwas ändern soll.

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