Zwei Opfer fielen auf Masche der Täter herein

Zwölf Schockanrufe in kurzer Zeit: 10.500 Euro Beute

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Wer hat diesen Mann gesehen? Die Bilder aus den Überwachungskameras in dem Mehrfamilienhaus an der Heinrich-Plett-Straße zeigen den Geldabholer.

Kassel. 10.500 Euro Beute haben sogenannte Schockanrufer bei zwei aus dem russischen Sprachraum stammenden Kasselerinnen gemacht.

Die Anrufer gaben dabei gegenüber den Opfern vor, nahe Angehörige von ihnen würden sich in einer Notlage befinden. Insgesamt wurden nach Angaben der Polizei am vergangenen Donnerstag und Freitag ein Dutzend solcher Schockanrufe angezeigt.

In den meisten Fällen durchschauten die Angerufenen die Masche und ließen sich nicht darauf ein. Eine 83-jährige Frau aus der Brückenhof-Siedlung und eine 63-Jährige aus Süsterfeld-Helleböhn fielen jedoch auf die auf Russisch vorgetragenen Lügengeschichten herein und gaben den Tätern das angeblich nötige Geld, um den Angehörigen zu helfen.

Als Anwalt ausgegeben

Am Donnerstag meldete sich nach Angaben der Polizei gegen 15.30 Uhr bei der 83-jährigen Frau, die in einem Mehrfamilienhaus an der Meißnerstraße wohnt, am Telefon ein Russisch sprechender Mann. Er gab sich als Anwalt aus und behauptete, eine Verwandte der Frau liege im Krankenhaus und benötige 4.000 Euro für Krankenhaus- und Anwaltskosten. Für die 83-Jährige schien die Geschichte glaubwürdig, da die vom Anrufer gemachten Angaben über die Angehörige stimmten, berichtet Polizeisprecher Thomas Kostka.

Ein von dem Anrufer angekündigter Bote holte wenig später die 4.000 Euro bei der arglosen Seniorin ab.

Täterbeschreibung: 18 bis 20 Jahre alt, mittelgroß, schmales Gesicht, bekleidet mit Kapuzenjacke mit Kapuze über dem Kopf.

Bei dem zweiten Fall erbeuteten die Täter auf ähnliche Weise 6.500 Euro von einer 63-jährigen Frau, die in einem Hochhaus an der Heinrich-Plett-Straße wohnt. Gegen 9.15 Uhr am Freitag erhielt sie einen Anruf von einem angeblichen Anwalt, der ihr auf Russisch schilderte, ihr Sohn sei in einen schweren Unfall verwickelt und habe ein Mädchen verletzt. Für dessen Operation sei jetzt Geld nötig. Außerdem werde, wenn die Summe gezahlt würde, auf eine Anzeige gegen ihren Sohn verzichtet werden. Kurz darauf kam ein Mann und holte das geforderte Geld von der Frau ab. Von ihm liegen Aufnahmen aus der Überwachungskamera im Treppenhaus vor.

Täterbeschreibung: 30 bis 32 Jahre alt, 1,70 Meter groß, bekleidet mit dunkler Mütze und dunkler Jacke.

Die Polizei bittet Zeugen, die Verdächtige oder Autos mit litauischem oder osteuropäischem Kennzeichen in der Nähe der Tatorte gesehen haben um Hinweise. (rud)

Polizeipräsidium Nordhessen, Tel. 0561/9100.

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