Feierlichkeiten anlässlich des Bauhaus-Jubiläums

100 Jahre Bauhaus: Revolution für Architektur und Ästhetik

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Ausstellung in der Berlinischen Galerie: Sitzende mit Bühnenmaske von Oskar Schlemmer im Stahlrohrsessel von Marcel Breuer, um 1926.

Gerade mal 14 Jahre gab es das Bauhaus. Doch die Kunstschule hat mit avantgardistischen Konzepten die Moderne weltweit geprägt. Das soll 100 Jahre nach der Gründung gefeiert werden.

1919 gründete der Architekt Walter Gropius in Weimar das Staatliche Bauhaus. 1925 zog die Hochschule unter politischem Druck nach Dessau um, 1932 nach Berlin. Dort wurde sie kaum ein Jahr später von den Nazis geschlossen. Das Bauhaus revolutionierte Architektur und Ästhetik. Nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs sollte die neue Gestaltung alltäglicher Dinge einen modernen Menschen prägen. Maßgebend waren die Funktion, also Effizienz und Nützlichkeit, eines Produkts. Beispielhaft war auch die Verbindung von Handwerk und Kunst. Die in Dessau entstandenen Bauten zählen zu Ikonen der Architektur des 20. Jahrhunderts.

Anlässlich des 100-Jährigen Jubiläums gibt es unter dem Motto "Die Welt neu denken" eine Reihe an Feierlichkeiten. Eine Auswahl der deutschlandweiten Veranstaltungen in der Übersicht.

Berlin

Das Eröffnungsfestival findet vom 16. bis 24. Januar in der Akademie der Künste statt. Es geht vor allem um Begegnungen mit der Bauhausbühne. Mehr als 25 Produktionen sind zu erleben. Höhepunkt: die Virtual-Reality-Installation „Das Totale Tanz Theater“ des Choreografen Richard Siegal mit Musik der Einstürzenden Neubauten. Im Haus der Kulturen der Welt ist mit „bauhaus imaginista“ eine Darstellung des weltweiten Einfluss des Bauhauses zu sehen (ab 15.3.). Die Jubiläumsschau des Berliner Bauhaus-Archivs läuft in der Berlinischen Galerie (ab 6.9.).

Weimar

„Das Bauhaus kommt aus Weimar“, betitelt die Klassik Stiftung Weimar selbstbewusst ihre Jubiläumsausstellung, mit der ein Bauhaus-Museum eröffnet wird. Walter Gropius hatte 1925 eine Sammlung von 160 Werkstattarbeiten angelegt, die für die Handschrift der Schule standen. Sie ist auf 13 000 Objekte angewachsen. Neben Designikonen sollen Zeitdokumente gezeigt werden.

Wird 2019 eröffnet: Schriftzug an der Fassade des künftigen Bauhaus-Museums in Weimar.

Dessau

„Versuchsstätte Bauhaus“: Die Stiftung Bauhaus Dessau präsentiert ab 8. September ein neues Bauhaus-Museum, in dem sie eine 40 000 Exponate umfassende Sammlung zum ersten Mal in ihrer Vielfalt präsentieren kann. Deutlich werden soll, wie sehr Bauhaus-Objekte zum Alltag gehören – von Schrifttypen über Möbel, Textilien und Tapeten bis hin zur Architektur.

Triennale der Moderne

Drei Architektur-Wochenenden in Weimar (26. bis 29.9.), Dessau (4. bis 6.10.) und Berlin (11. bis 13.10.) rücken ebenfalls die Architektur in den Mittelpunkt, ausgehend von den Unesco-Welterbestätten in den drei Städten. Die Schirmherrschaft hat Israels Botschafters Jeremy Issacharoff. Viele „Bauhäusler“ waren vor den Nazis geflüchtet. In Tel Aviv entstand die „Weiße Stadt“, seit 2003 Weltkulturerbe.

Kassel

documenta Archiv, Universität und Museumslandschaft Hessen Kassel arbeiten zusammen bei der Ausstellung „Bauhaus/documenta. Vision und Marke“ in der Neuen Galerie (ab 24. Mai), die nach Verbindungslinien der beiden „Kulturmarken“ fragt.

Halle an der Saale

Das Kunstmuseum Moritzburg hat sein Programm auf das Jubiläum zugeschnitten. Den Auftakt macht „Die Stille im Lärm der Zeit“ (ab 10.2.) mit der Sammlung des Chemie-Nobelpreisträgers Karl Ziegler, der sich Werke des Expressionismus und der Klassischen Moderne zulegte. Bauhauskünstler László Moholy-Nagy steht ab 23. Juni im Zentrum.

Celle/Alfeld

Architekt Otto Haesler, der eine wegweisende Siedlung auf dem Kasseler Rothenberg geplant hat, steht im Mittelpunkt von Führungen und eines Theaterstücks in Celle, wo er auch viele Spuren hinterlassen hat. Ein Haesler-Museum im Mai wieder öffnen.

Das zum Weltkulturerbe zählende Fagus-Werk in Alfeld wurde 1911 von Gropius entworfen. Ab 16. Februar blickt es mit der Ausstellung „Mut - die Provinz und das Bauhaus“ zurück.

Frankfurt

Die Mainmetropole will sich als Keimzelle der städtebaulichen Moderne präsentieren. Frankfurts Pionierfunktion in den 1920ern ist vor allem mit Ernst May verbunden. Den legendären Städteplaner würdigt das Deutsche Architekturmuseum ab 23. März unter dem Titel „Neuer Mensch, neue Wohnung“.

Grand Tour

Eine neu konzipierte Route weist auf 100 Orte quer durch Deutschland hin – von der Weissenhofsiedlung Stuttgart zur Siemensstadt Berlin, vom Kaufhaus in Chemnitz bis zum „Teepott“ Warnemünde, von der Zeche Zollverein Essen bis zum Einsteinturm Potsdam.

(mit dpa/epd)

Alle Infos unter bauhaus100.de.

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