"Tatort"-Kritik: Zum Jubiläum ein Stück TV-Geschichte

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Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Klaus Borowski (Axel Milberg)

Im 1000. "Tatort" ging es wie in der allerersten Folge 1970 im "Taxi nach Leipzig". Dem NDR gelang ein spannendes Stück Fernsehen, wie unser Kritiker Matthias Lohr findet.

Auch die besten TV-Kommissare machen Fehler. Im 1000. "Tatort" hören die Hannoveraner Ermittlerin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und ihr Kieler Kollege Klaus Borowski (Axel Milberg) bei der Polizeischulung nicht zu. Dann steigen sie in ein "Taxi nach Leipzig" und bekommen erst nicht mit, wie der Fahrer (Florian Bartholomäi) einem dritten Polizisten das Genick bricht. 

Und als der Ex-Elitesoldat auch sie bedroht, lügen sie wie Anfänger. "Ich habe eine Doku auf Arte gesehen. Da wurde nicht gesagt, dass man einen Täter so lange ärgern soll, bis er einen abknallt", sagt Borowski zu Lindholm.

Der Jubiläums-"Tatort" des NDR war Kammerspiel, Thriller und Roadmovie. Autor und Regisseur Alexander Adolph gelang eine ebenso leichte wie spannende Hommage an den allerersten "Tatort", dessen Darsteller gelungene Gastauftritte hatten (wie Günter Lamprecht als Seminarleiter in einer bewegenden Schlussrede an die "Tatort"-Nation). Manchmal erinnerten die Bilder gar an David Lynchs "Lost Highway". Nebenbei erzählte der Film eine Geschichte über Liebe und deutsche Soldaten im Krieg. 

"Tatort"-Autoren haben zuletzt viele Fehler gemacht - von hölzernen Dialogen bis zum ständig ermahnenden Zeigefinger. Mit "Taxi nach Leipzig" hat Deutschlands beliebteste Krimireihe jedoch wieder ein Stück TV-Geschichte geschrieben.

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