1100 Jahre auf 228 Seiten: Uwe Feldners Kassel-Gesachichte

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Uwe Feldner

Kassel. Der Kasseler Autor Uwe Feldner (69) eröffnete vorgestern die Literaturreihe „Leseland Hessen“. In der Stadtbibliothek las er aus seinem Buch „Kleine Geschichte der Stadt Kassel“, das auf 228 Seiten 1100 Jahre Stadtgeschichte zusammenfasst.

Mit seinem Buch möchte Feldner, der, seitdem er im Ruhestand ist, auch schon ein Kassel-Lexikon geschrieben hat, Spaß an Geschichte machen.

Alles begann an der Fulda. Wie und warum, weiß man nicht. Sicher ist, dass Frankenkönig Konrad I. im Jahr 913 in Kassel war, weil er ein Schriftstück mit Chassalla oder Chassella unterschrieb. Weil ein König hier war, muss ein Königshof oder etwas anderes einem Königsbesuch Angemessenes hier gewesen sein. Uwe Feldner zeigt: Geschichte gibt auch Rätsel auf.

Der Autor zeichnet Kassels Entwicklung von der Siedlung über den Marktort bis zur Stadt nach. Neun Monate hat Feldner an seinem Buch gearbeitet und neben viel Faktenwissen auch lustige Anekdoten zusammengetragen: Die Urkunde über die Verleihung der Stadtrechte ging in der Zeit, als Kassel unter thüringischer Herrschaft stand, verloren. „Aus Nachlässigkeit“, räumten die Bürger in ihrem Brief aus dem Jahr 1239 an Landgraf Hermann von Thüringen ein, in dem sie ihn zum Glück nicht umsonst um das erneute Ausstellen des Schriftstücks baten.

In Feldners kleiner Stadtgeschichte erfährt man außerdem, dass die Fulda zunächst Fuldaha hieß, was Erdfluss bedeutet. Auch nicht jeder Wiederaufbau hat die Stadt hässlicher gemacht. Nach einem Stadtbrand im 16. Jahrhundert soll sie viel schöner gewesen sein.

Auf amüsante Art literarisch verzerrt ist Feldners Stadtgeschichte nicht, aber sicherlich besser lesbar als ein herkömmliches Geschichtsbuch.

Uwe Feldner: Kleine Geschichte der Stadt Kassel, Herkules-Verlag, 228 Seiten, 14,90 Euro.

 

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