9Live sieht schwarz - Umstrittener Sender wird eingestellt

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Bitte nicht mehr anrufen: Ex-Big-Brother-Kandidat Jürgen Milski wird nicht mehr bei 9Live zu sehen sein, weil der Sender ab Dienstag nicht mehr existiert.

Jetzt ist endgültig Schluss: Nach dem Aus der umstrittenen Telefon-Spielshows dreht ProSiebenSat1 dem Sender 9Live nun komplett den Saft ab. Ab Dienstag bleibt die Mattscheibe auf dem Kanal schwarz. Wir blicken zurück: Ein Sender in Zahlen.

7 Heuhaufen und 11 Heuhaufen werden zusammengetragen. Wie viele Heuhaufen kommen heraus? Solche und ähnliche Fragen stellten die 9Live-Moderatoren ihren Zuschauern in Call-in-Shows. Ob es bei den Spielchen mit rechten Dingen zuging, war stets umstritten. Allein im Februar 2010 musste 9Live 115.000 Euro Strafe wegen Verstößen gegen die Gewinnspielsatzung zahlen.

10 Jahre wäre 9Live im September geworden. 2001 ging der Sender aus dem Frauenkanal tm3 hervor. Er startete wirtschaftlich erfolgreich unter der Medienmanagerin Christiane zu Salm, heute Kofler. 2005 verkaufte sie ihre Anteile an ProSiebenSat1. Mit der Zeit wuchs die Zahl der Betrugsvorwürfe und Verfahren gegen 9Live, gleichzeitig schrumpften die Gewinne.

15 Wochen lang hielt sich 2008 die Single „Bettina, zieh Dir bitte etwas an“ in den Charts. Geschrieben wurde sie von Fettes Brot, die sich von der Freizügigkeit zahlreicher Telefonquiz-Moderatorinnen, die sich auch bei 9Live regelmäßig entblätterten, inspirieren ließen. Die Wise Guys widmeten dem Sender sogar einen eigenen Song: „Neun Live“.

60 Mitarbeiter arbeiteten bei 9Live. 40 Prozent sollen laut ProSiebenSat1 weiterhin in dem Konzern arbeiten, 25 Prozent wurden anderen Firmen vermittelt – für die übrigen rund 20 Mitarbeiter gibt es einen Sozialplan.

496 Seiten dick ist „Aber...wir leben!“. 2009 veröffentlichten die 9Live-Moderatorinnen Anna Heesch und Alida-Nadine Kurras das Buch über intime SMS zweier Frauen. Weitere bekannte 9Live-Moderatoren waren etwa Ex-Big-Brother-Kandidat Jürgen Milski und Max Schradin.

9.200.000 Euro Gewinn machte 9Live im ersten Quartal dieses Jahres – ein Drittel weniger als noch im Quartal zuvor. Daraufhin stellte ProSiebenSat1 Ende Mai die Live-Spielshows ein und sendete stattdessen vor allem alte Serien. (ale)

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