Wiener Karl Kollmann liest am Donnerstag

Ein Abend erinnert an Bernd Mattheus

Ein literarischer Abend widmet sich dem 2009 gestorbenen Schriftsteller Bernd Mattheus. Archivfoto: Hein

Kassel. Im Juni 2009 starb der Kasseler Schriftsteller und Übersetzer Bernd Mattheus im Alter von 56 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Ein Jahr später veröffentlichte der befreundete Schriftsteller-Kollege, der Wiener Karl Kollmann, mit dem Buch „ausgeschrieben“ eine Hommage an Mattheus.

Im Untertitel heißt es: „Auf der Suche nach den verlorenen Möglichkeiten von Literatur, Veränderung und Befreiung“. Erschienen im Maro-Verlag Augsburg (150 S., 18 Euro, ISBN 978-3-87512-292-3).

„Wenn man Erinnerungen freilegt, die im Lauf der Jahre und der Jahrzehnte blasser geworden sind oder verschüttet waren, legt das emotionale Bahnen gelegentlich neu, und die Perspektive, mit der einer Menschen sieht, auch Freunde, die verändert sich“, schreibt Kollmann als Vorbemerkung. Seinem Freund Bernd Mattheus hat er ein würdiges Denkmal gesetzt, indem er dessen künstlerische Prägungen aufspürt und biografisch einordnet. Durchsetzt mit eigenen Texten, Dialogen, Interviews und Tagebuchaufzeichnungen ist ein sehr persönliches und berührendes Buch entstanden. Es legt Zeugnis eines langen geistigen Austausches zweier frankophiler Schreiber ab.

Aus diesem Buch für Mattheus liest Kollmann am Donnerstag, 16. August, 20 Uhr, in der Galerie Südhain, Frankfurter Straße 123. Kasseler Kunststudenten um Professor Rolf Lobeck, ebenfalls ein Freund Mattheus’, haben dort zu einem „Abend zur Erinnerung an Bernd Mattheus“ eingeladen. Es lesen Freunde und Bekannte aus Werken von Mattheus und eigene Texte.

Mattheus war ein konsequenter Schreiber: Seine Aufmerksamkeit widmete er fast ausschließlich den großen vielschichtigen, oft verkannten, französischen Autoren wie Georges Bataille und Antonin Artaud. In seinem Berliner Hausverlag Matthes & Seitz hat er über drei Jahrzehnte ein Dutzend Bücher veröffentlicht. Bernd Mattheus’ letztes Werk war die Biografie des Rumänen Emile Cioran. Posthum ist jetzt bei Mattes & Seitz sein Buch „Antonin Artaud - Texte zum Film“ erschienen.

Von Christina Hein

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