Abend der leisen Töne

Ausdrucksvolle Darbietung: Mitglieder des Unichors Cantiamo in der Friedenskirche. Foto: Schachtschneider

Kassel. Für Andreas Cessak, den Leiter des Universitäts-chors Cantiamo Kassel, hat die große Beliebtheit des Requiems von Gabriel Fauré einen guten Grund. „Der versöhnliche Ton dieses Werks lässt eher an Transformation als an Tod und Gericht denken.“

Faurés Werk bildete den Schluss- und Höhepunkt eines abwechslungsreichen Konzerts, mit dem sich 41 junge Sängerinnen und Sänger am Montagabend in der Friedenskirche vor rund 90 Zuhörern präsentierten: ein Konzert voller leiserer Töne und Gedanken an Vergänglichkeit und Ruhe.

Zu Beginn traf Brahms’ „Nachtwache II“ auf „I will wade out“ des zeitgenössischen Chormusik-Stars Eric Whitacre - zwei unterschiedliche Zugänge zum zeitlosen Thema Vergänglichkeit.

Eine düsterere, fast mythische Stimmung schuf der als Requiem für Lady Diana bekannt gewordene „Song for Athene“ John Traveners durch seine starken Anklänge an Mönchsgesänge. Im eindrucksvoll tonmalerischen „Singing aboard Ship“ des Esten Veljo Tromis sang Tenor Florian Bruntz im Dialog mit den Altstimmen einen sehr klangvollen Solopart.

Aus organisatorischen Gründen wurde der Orchesterpart des Fauré-Requiems von Thorben Scholz (Orgel) übernommen, was zwar die Aufmerksamkeit stärker auf den Gesang richtete, aber die Farbigkeit des Werks nicht immer herausbringen konnte.

Die anspruchsvollen Soli sangen die Chormitglieder Cindy Walta (Sopran) und Paul Wendel (Bariton), wobei vor allem das Sopransolo „Pie Jesu“ gut gelang. Der gesamte Chor brachte die kompositorisch verzahnten Stellen ebenso wie die flächigeren, harmonisch schillernden Passagen ausdrucksvoll zur Geltung. So folgte dem engelsgleichen Schlussgesang „In Paradisum“ ein langer, angeregter Applaus.

Von Felix Werthschulte

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