Sechs restaurierungsbedürftige Gemälde Karel van Manders ersetzen im Schloss zeitweilig das „Bohnenfest“

Abenteuer einer Königstochter

Ein selten behandeltes Thema in der Kunstgeschichte: Eines der Gemälde, das die „Aithiopika“ des Autors Heliodor illustriert. Foto: MHK

Kassel. Einen außergewöhnlichen Gemäldezyklus präsentiert die Gemäldegalerie Alte Meister im Schloss Wilhelmshöhe: Sechs Bilder des holländischen Malers Karel van Mander III (1606 Delft - 1670 Kopenhagen). Sie füllen in barocker Hängung eine ganze Wand im dritten Stockwerk - dort, wo normalerweise Jacob Jordaens’ berühmtes Bohnenfest zu sehen ist.

Der Zyklus umfasst neun Gemälde, die wegen ihres schlechten Erhaltungszustands jedoch nicht ständig gezeigt werden können. Weil das „Bohnenfest“ vor der großen Jordaens-Schau im Fridericianum im Frühjahr 2013 restauriert wird, können zumindest einige Bilder für eine gewisse Zeit in der Dauerausstellung gezeigt werden. Die dringend notwendige Restaurierung der verborgenen Depotschätze steht seit Jahren auf der Wunschliste von Dr. Justus Lange, Leiter der Gemäldegalerie Alte Meister.

„Die dauerhafte Präsentation in den Meistersälen der Gemäldegalerie wäre ein großer Wunsch des Museums“, sagt Lange, „doch lassen die Kapazitäten der Restaurierungsabteilung ein solch umfangreiches und kostspieliges Vorhaben momentan leider nicht zu.“

Die Gemälde Karel van Manders stellen Episoden aus dem zehn Bücher umfassenden Liebesroman „Aithiopika“ des spätantiken Autors Heliodor dar, der vermutlich im 3. Jahrhundert lebte - ein in der Kunstgeschichte nur selten behandeltes Thema. Berichtet wird über die wunderbaren Abenteuer der schönen äthiopischen Königstochter Chariklea und des Thessaliers Theagenes, die als Liebespaar zahlreiche Herausforderungen zu bestehen haben und deren Treue und Keuschheit auf die Probe gestellt wird. (vbs)

Am 12. April, 18.30 Uhr, widmet Dr. Timo Trümper dem Thema eine Führung in der Reihe „Abendgeschichten“ in der Gemäldegalerie Alte Meister. www.museum-kassel.de

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