Die Galerie Kaleidoskop zeigt Eva Harder

Wie Tier unter Tieren: „Dunkelheit“ von Eva Harder. Foto: Fröhlich

Kassel. In den Märchen der Grimms geht es grausam zu. Menschen und Tiere werden vergiftet, aufgeschnitten, zu Tode gefoltert. Verstörender noch kann aber der vergleichsweise subtile Schrecken wirken, den das Grimm’sche Märchen „Allerleirauh“ bereithält: Hier muss sich eine Königstochter den Vater vom Leibe halten.

Gehüllt in einen Mantel „aus tausenderlei Pelz und Rauhwerk“ flieht sie vor seiner inzestuösen Begierde in den Wald und verbringt die Nacht wie ein Tier unter Tieren. „Allerleirauh“ heißt die Ausstellung von Eva Harder in der Galerie Kaleidoskop in Harleshausen. Im Mittelpunkt steht das gleichnamige Märchen, das die Kasselerin in farbigen Bildern und schwarz-weißen Tuschezeichnungen umkreist.

„Es geht um den weiblichen Reifeprozess vom Kind zur Frau“, sagt Harder. Dass gerade dieses Märchen ein dankbares Objekt psychoanalytischer Betrachtungen ist, weiß sie natürlich. Aber im Vordergrund steht die Geschichte selbst.

Eva Harder

Dabei wirken die Arbeiten nicht durchweg düster und unheimlich. Häufig leuchten die mit der Hand aufgetragenen Pigmente und Ölkreiden in hellen Farben, und die jungen Mädchen sehen lieblich aus, wie man es von Königstöchtern erwarten kann. Doch das Geheimnisvolle, das Abgründige fasziniert die Künstlerin sichtlich. Die Todesahnungen und die Ängste, die das Geheimnis birgt, schwingen mit.

Galerie Kaleidoskop, Karlshafener Str. 13, bis 3. 12., Di/Mi 15 - 19 Uhr, Sa 10 - 13 Uhr.

Von Fabian Fröhlich

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