Abschied vom König des Blues: B. B. King mit 89 Jahren gestorben

Starb mit 89: Blues-Legende B. B. King. Foto: dpa

Mit seiner Gitarre und seiner kraftvollen Stimme zauberte B. B. King über Jahrzehnte hinweg das große Blues-Feeling herbei. „Blues ist wie ein Korb voller Früchte“, sagte er einmal bei einem Konzert in Deutschland.

Nun ist der „King of the Blues“ verstummt. Er starb mit 89 Jahren in einer Klinik in Las Vegas an den Folgen einer Diabetes-Erkrankung, wie eine Tochter mitteilte.

Verabschiedet hatte sich B. B. King schon vor zehn Jahren. In Deutschland sagte er 2005 das erste Mal Lebewohl. Ein Jahr später führte ihn seine „Final-Farewell-Tour“ erneut durch Europa. Und auch das war nicht das Ende. Mit 85 Jahren legte er 2011 vor Fans in Deutschland wieder den legendären Hüftschwung hin und begeisterte mit seinem Blues-Feeling.

Fragil und gehbehindert, aber weiter sprühend vor Witz und Energie trat die Blues-Legende noch im vergangenen Herbst in den USA auf. Mit „Lucille“, wie er seine Gitarren liebevoll nannte, spielte und sang er den Blues so, wie er ihn als Kind im Mississippi-Delta gehört hat. Nur eins übertreffe „Lucille“, gestand der „König des Blues“ seinem Biografen: „Richtiger Sex mit einer richtigen Frau.“ Seine beiden Ehen scheiterten, vor allem wohl, weil er immer auf Achse war. 15 Kinder soll er gezeugt haben, mit 15 verschiedenen Frauen, keines ehelich.

Obwohl Blues, die Urform des Jazz, sein Leben war, machte es ihm zu schaffen, „nur“ als Bluesmusiker geschätzt zu werden. „Blues-Sänger zu sein, ist so, als ob man gleich zwei Mal schwarz wäre“, heißt es in seiner Biografie („B. B. King: Ein Leben mit dem Blues“). Mit Bewunderung blicke er zu Jazz-Kollegen wie Dizzy Gillespie, Miles Davis und Charlie Parker auf. „Blues ist eine einfache Musik“, sagte er, „und ich bin ein einfacher Mann.“

Geboren wurde Riley B. King am 16. September 1925 als Sohn eines Plantagenarbeiters in Indianola (Mississippi). Sein Vater verlässt die Familie, als er vier ist. Die Mutter stirbt bald darauf. Schwere Feldarbeit hilft dem Jungen zu überleben. Er singt in Gospelchors, bringt sich selbst das Gitarrespielen bei. Den kraftvollen Anschlag aus dem Handgelenk und die langen Läufe, die seine Gibson zum Jauchzen bringen, hatte King schon gut drauf, als er Ende der 40er-Jahre nach Memphis ging. Dort engagierte man ihn als den „Blues Boy“ für eine Radio-Show. Aus dem „Blues Boy“ wurde B. B. King.

Und den Titel „The King of the Blues“, den er sich selbst mit einem gleichnamigen Album zulegt, macht ihm spätestens seit 1987 keiner mehr streitig: 62-jährig erhielt B. B. King den Lebenswerk-Grammy.

Den Durchbruch hatte King schon Ende der 60er-Jahre mit seiner Erfolgsnummer „The Thrill Is Gone“ geschafft. Über Nacht wollte alle Welt seinen Blues hören. Ein später Höhepunkt in seinem Leben: US-Präsident Barack Obama lud die Musiklegende 2012 zusammen mit Mick Jagger und anderen Größen in seine Washingtoner Residenz ein.

Von Gisela Ostwald und Barbara Munker

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