Hamburger Elektro-Trash-Punker Bratze im Kulturzentrum Schlachthof

Abtanzen bis zum Exzess

Heizten ein: Bratze mit Kevin Hamann (links, alias ClickClickDecker) und Norman Kolodziej (alias Der Tante Renate). Foto:  Malmus

Kassel. Im Kulturzentrum Schlachthof war am Freitag einiges los: Am Eingang das Schild „ausverkauft“, an der Kasse Teenager, die ihre Überredungskünste probten und draußen noch Dutzende, die wie auf einem Schwarzmarkt noch eine Karte ergattern wollten. Das Hamburger Elektro-Punk-Trash-Duo Bratze mit Kevin Hamann (ClickClickDecker) und Norman Kolodziej (Der Tante Renate) hat eine wachsende Fangemeinde.

Zunächst heizte der Kasseler Support Frau mit Muskeln mit elektronischen Beats das Publikum auf. Die Atmosphäre dabei: gute Abtanzstimmung, halbvoller Saal. Eine Stunde später: Brodelnde Partystimmung, proppevoller Saal. Schon bei den ersten Tönen von Bratze ging ein Aufschrei durch den Saal. Die Menge tobte. Es waren überwiegend 15- bis 20-Jährige. Kleine Gruppen schweißten sich zusammen, hüpften, reckten die Hände in die Höhe.

Die beiden, so harmlos, fast brav wirkenden Musiker ließen zur Eröffnung ihr Stück „Die auswendigen Muster“ durch die Boxen dröhnen: Wuchtige elektronische Beats mit E-Gitarrenbegleitung. Das Stück hat Power und Melodie. Ein Ohrwurm fast kommerziellen Zuschnitts. Das Publikum riss die Arme hoch, sprang und tanzte, als stünde der Fußboden unter Strom.

Die meisten Stücke stammten vom neuen Album „Korrektur nach Unten“. Textzeilen wie „Die Stadt, die Stadt gehört allen“ oder „Zuhause nix los“ sangen die jugendlichen Fans lautstark mit. Die Texte sind mehr als Parolen, sie haben intellektuellen Gehalt, und die Musik ist nicht nur laut, sondern kreativ arrangiert. Die Musiker sorgten für eine Riesenparty. Applaus dafür.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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