Adoro: "Träume"-Album mit zu viel Pathos und Kitsch

Die Zahlen sprechen für Adoro. Doppelte Platinauszeichnungen und ausverkaufte Tourneen. Die fünf Opernsänger besitzen eine treue Anhängerschaft, die sich sicher sein kann, pünktlich zur Vorweihnachtszeit ein neues Album des erfolgreichen Crossover-Acts in Händen zu halten.

Und Adoro-Fans wissen genau, was sie bekommen: bekannte deutsche Songs, die in theatralisch instrumentierte Opernarien verwandelt werden. Sicher ist aber auch: Wer sich nicht leicht von Orchester-Bombast und Arien-Schmalz übermannen lässt, dem dürften die Coverversionen auf „Träume“ erneut Tränen - und nicht etwa der Rührung - in die Augen treiben.

Manche Songs überleben die Kitschbehandlung durch Adoro besser. „Solange man Träume noch leben kann“ von der Münchener Freiheit etwa. Schon das Original lebte von seinen markanten Streichereinsätzen, der mehrstimmige Satzgesang von damals findet sein Gegenstück in den hingebungsvoll schmetternden Tenor- und Baritonstimmen.

Tödlich wird es jedoch, wenn Adoro sich daran wagen, vielschichtigere und fachfremde Songs mit ihrem immergleichen Mix aus mehrstimmigem Gesang und Orchester-Schwulst zu begraben. Egal ob eine herzerweichend-gebrochene Ballade wie „Eiserner Steg“ (Philipp Poisel) oder eine Stadion-Rock-Hymne wie „Tage wie diese“ (Die Toten Hosen): Die Adoro-Versionen kennen keine Zwischentöne, sondern nur das ganz große Pathos. Stefan Weber (tx)

Adoro: Träume (We Love Music/Universal). Wertung: 1 von 5

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