Das Festival „Rock am Ring“ wird 25: Ein Blick zurück, ein Blick nach vorn

Älter, aber nicht ruhiger

Die Masse macht’s: „Rock am Ring“ lebt mit seinen 85 000 Besuchern vor allem durch die Faszination des Gemeinschaftserlebnisses. Foto: dpa

Eine Institution der Live-Musik wird 25 Jahre alt: Deutschlands größtes Festival „Rock am Ring“ startet Am Donnerstag in seine ausverkaufte Jubiläumsausgabe. In Fragen und Antworten erhellen wir die Geschichte und Entwicklung der Massenveranstaltung am Nürburgring.

Wie ist „Rock am Ring“ entstanden?

Eigentlich war das Festival bei seiner ersten Auflage 1985 als einmalige Veranstaltung geplant. Weil sich damals aber 75 000 Besucher zu den Konzerten von Foreigner, U2, Joe Cocker und Gianna Nannini versammelten, entschloss sich Konzertveranstalter Marek Lieberberg für eine jährliche Wiederholung. Damit war das erste dauerhafte Mega-Festival in Deutschland geboren.

Es wird häufig auch als „größtes Festival Europas“ bezeichnet. Stimmt das?

Streng genommen nicht. Aktuell kommen jährlich 85 000 Besucher zu dem dreitägigen Konzertmarathon, der im Jubiläumsjahr um einen Tag verlängert wurde.

Zu den Festivals im südenglischen Glastonbury oder auch nach Roskilde in Dänemark strömen weit mehr als 100 000 Fans. Die Behauptung, es sei das größte Festival Europas, rührt daher, dass „Rock am Ring“ mit „Rock im Park“ seit 1995 eine Zwillingsveranstaltung in Nürnberg hat. Dort treten die gleichen Bands auf, nur in anderer Reihenfolge. Gemeinsam kommen die Festivals auf 150 000 Gäste.

Wie hat sich das Festival im Laufe der Jahre verändert?

Das Musikprogramm wurde stetig ausgebaut: Waren es zur Premiere 17 Bands, stehen bei der Jubiläumsausgabe 92 Bands auf den Bühnen. Nachdem Marek Lieberberg 1988 nur 30 000 Konzertkarten verkauft hatte, stellte er das Festival für zwei Jahre ein. 1991 ging es mit neuem Konzept und stärkerem Fokus auf Nachwuchskünstler weiter . Nach einem Zuschauerrückgang Ende der 90er-Jahre und nochmal Anfang 2000 gewann „Rock am Ring“ in den vergangenen Jahren stark an Sogwirkung. Seit 2007 ist das Festival jeweils bereits Monate vor Beginn ausverkauft gewesen.

Was macht den Erfolg von „Rock am Ring“ aus?

Zuallererst die traditionell begründete Qualität. Auf deren Basis funktioniert das Gesetz: Masse zieht Masse. Das heißt, wo viele Menschen sich versammeln, wollen noch mehr Menschen dabei sein. Wobei es den Fans nicht mehr so sehr um das Treiben auf der Bühne geht, sondern um die Riesenparty auf dem Campinggelände.

Was mit Zelten begann, entwickelte sich zu einer logistischen Großaufgabe: Pavillons, Wohnmobile und Lastwagen prägen das Bild heute. Nachdem zuletzt ganze Wohnzimmereinrichtungen aufgebaut und anschließend stehen gelassen wurden, verschärften die Veranstalter die Einlassregeln. www.rock-am-ring.com

Von Bastian Ludwig

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