Yon Hille und Heiko Schulze stellen aus

Ausstellung im Landgericht: Von Affen und Menschen

Aura der Einsamkeit: Skulptur von Heiko Schulze. Foto: privat/nh

Kassel. „Die ersten Menschen waren nicht die letzten Affen.“ Dieses Zitat von Erich Kästner ist der zurzeit gezeigten Doppelausstellung im Kasseler Landgericht vorangestellt.

Zwei Kasseler Künstler, Heiko Schulze und Yon Hille, nähern sich darin in Keramiken und Bildern dem Menschen und den Primaten an, verweisen in ihren Sujets auf Verwandtschaften und Ähnlichkeiten.

Der Keramiker Heiko Schulze schafft mit seinen Tonbüsten auf Stelen Menschenfiguren, die mal mit bloßem Oberkörper, mal mit Alltagskleidung wie Hemd, Schlips und Sakko gearbeitet wurden. Mit minimalen Veränderungen des mimischen Ausdrucks sind diese Büsten vor allem zeitlose Menschenbilder, die durch eine Aura von Einsamkeit geprägt sind.

Der Blick geht ins Leere, die länglich gezogenen Köpfe mit der kleinen Stirn und dem geschlossenen Mund signalisieren Skepsis. Auf den Stelen dicht an dicht im Foyer des Amtsgerichtes aufgestellt, präsentiert sich so eine Armada von Männerfiguren, die wie von weit her zu kommen scheint.

Primatenzyklus

Yon Hilles Primatenzyklus fand ihren Anfang in den Achtzigern. Seitdem arbeitet die Designerin und Pädagogin unermüdlich an diesem Sujet. Mit Farbstiften entstehen Primatenbilder, die durch die Präzision des Striches auf großen Farbflächen beeindrucken und den nächsten Verwandten des Menschen in vielfältiger Weise zeigen.

Einmal stellt Hille Mensch und Affe zwischen Hochhäusern und Dschungel einander gegenüber, ein anderes Mal zeigt sie zehn Affenbabys auf einem grünen Blatt hockend oder lässt, bei einem liegenden Tier, fast eine menschliche Pose erkennen. Die Sujets, allesamt in fotorealistischer Manier gemalt, lassen den Betrachter etwas hilflos zurück.

Bis zum 1. Juni im Landgericht. Geöffnet Mo bis Do, 8 bis 17 Uhr, sowie Fr 8 - 15 Uhr.

Von Juliane Sattler

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