Eine Ausstellung in London beleuchtet künstlerische Hervorbringungen von Tieren

Tiere als Künstler: "Affig" gute Maler

Malerei voller Energie: Ein Bild des Schimpansen Bakhari aus dem Zoo von St. Louis (Missouri). Fotos: dpa

London. Woran mag Künstler Bakhari wohl gedacht haben, als er leuchtende Gelbtöne zu einem energetisch wirkenden Knoten vermischte? An Hoffnung? Oder doch eher an Bananenschalen? Denn Bakhari ist ein Schimpanse.

Seine, wie auch die Werke anderer Artgenossen, eignen sich bestens zum An-der-Nase-Herumführen von Kunstkennern: Wer es nicht weiß, kann die Gemälde für Beispiele abstrakter, von Menschenhand geschaffener Kunst halten.

Ein Vogel baut Statuen

Gemälde von Tieren faszinieren die Menschen seit langem. Einen kleinen Überblick über ihre Geschichte und Erforschung gibt nun eine Ausstellung am Londoner University College - nach Angaben der Macher die erste, in denen Werke von mehreren Tierarten zu sehen sind. Neben der Kunst von Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas sind auch Gemälde von Elefanten sowie das Exemplar eines Laubenvogels zu sehen, der in Australien vorkommt und komplizierte Statuen baut.

Die große Frage hinter der Schau: „Ist Tier-Kunst Kunst?“. Und wenn ja, was bedeutet das für von Menschen gemachte Kunst? Sind Tiere wirklich kreativ, wenn sie zum Pinsel greifen - oder klecksen sie bedeutungslos herum?

Wissenschaftliches Interesse

Schimpanse Congo beim Malen eines Bildes in einer Fernsehshow 50er-Jahre.

Tier-Kunst sei zu einem Thema des Interesses von Wissenschaftlern geworden, sagt Co-Kurator Jack Ashby, Manager des Grant Museum of Zoology an der Uni. „Die Kunst von Affen wird oft mit der von Kindern im Alter von zwei oder drei Jahren im Kritzel-Stadium verglichen“, sagt Ashby. „Allerdings entwickeln sie sich über diese Stufe nie weiter.“

Dabei verblüffen vor allem Schimpansen - unsere engsten Verwandten. 98 Prozent unserer DNA stimmen überein. Exemplare wie Bakhari und Schimpanse Congo aus dem Londoner Zoo, der in den 1950er-Jahren live in einer Fernseh-Show malte, schwingen offenbar aus Vergnügen den Pinsel. „Sie entscheiden sogar, wann ein Bild fertig ist“, sagt Ashby. Nur eine Signatur geben sie den Bildern nicht. (dpa)
London University College, Grant Museum. Bis 13. April.

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