Weltmusikfest mit Coco Mbassi und einer langen Musiknacht

Von Afrika nach Israel

Leidenschaftlich: Sängerin Coco Mbassi beim Auftritt im Kulturzentrum Schlachthof. Foto: Fischer

Kassel. Das Weltmusikfestival ist vorbei – wie schade. Mit einem Konzert am Freitag im Schlachthof und einer langen Nacht am Samstag im Gleis 1 klang es aus. Viele musikalische Stimmungsfarben, von Musikern aus vielen Ländern und Kontinenten serviert, begeisterten die Besucher.

Pop mit afrikanischem Flair zog am Freitag durch den ausverkauften Schlachthof. Die aus Kamerun stammende Sängerin Coco Mbassi präsentierte sich als wunderbare Künstlerin und liebenswerte Persönlichkeit. Schon zur Begrüßung schickte die 45-Jährige ein so herzliches Lächeln in den Raum, dass die Verbindung zum Publikum sofort funktionierte. Die Musik auf ihrer CD „Joa“ ist eine Melange aus Folk, Pop, Gospel und, natürlich, afrikanischer Musik.

Sie selbst beschreibt sich als „Baum mit tiefen, afrikanischen Wurzeln“. Das Bild passt zu ihrem Klangkosmos, der von viel Gefühl, Lebensfreude und von Rhythmus lebt. Zum Tanzen und Mitsingen – „auf dododo“ – lädt sie das Publikum ein, dirigiert es wie eine Chorleiterin und gibt sich bei vielen Stücken selbst mit Hingabe dem Tanz hin, lässt die Hüften rotieren. Die Band begleitete unaufdringlich, aber effektiv. Das Publikum war begeistert, später aber auch ein wenig enttäuscht, dass nach 70 Minuten schon Schluss war.

Über dieses Problem hatte das Publikum bei der „Langen Nacht der Weltmusik“ am Samstag nicht zu klagen. Gut 200 Besucher hatten von 20 Uhr bis weit nach Mitternacht ihre Freude. Sänger und Formationen, die in der Region leben, aber aus anderen Kulturen stammen, präsentierten sich. Es wurde ein fröhlicher Abend mit musikalischen Grüßen aus zahlreichen Ländern.

Den Auftakt machte die Formation Cenawa. Yusuf Kilic, Uwe Reiner, Luigi Coppola, Nasser Faradjollahi und Kianoush stammen aus Iran, Kurdistan, Türkei, Italien und Deutschland. Eine wunderschöne Melancholie durchzieht ihre Musik. Ausflüge gab es in die Türkei, nach Griechenland und Israel („Donna Donna“), rhythmisch mitreißend und warmherzig gesungen, auch in Jiddisch.

Mit Musik aus Brasilien glänzten Nos em Duo. Die Musik der Brüder Christiano (Gitarre) und Gabriel (Klarinette) Fischer klingt smart und geschmeidig, ist filigran und intelligent arrangiert. Unterstützung bekamen die beiden von Marcos Axel Goncalves da Rocha und von Rafael Lima. Die Krönung: eine Samba und beste Stimmung.

Tanzbar war auch die Musik von Triosfera (Marion Barth, Marcos Goncalves da Rocha, Jose Valerio Uribe). Die Formation setzt auf Latinjazz, Swing und Pop und verstärkte sich an diesem Abend durch den Bassisten Phillip Wipfler.

Spanien im Herz hat Bandaluz (Francisco de la Fuente, Rui Reiss, Pedro Soriano, Jonas Korten, unterstützt von Goncalves da Rocha). Die Band begeisterte mit eigenem Repertoire und Interpretationen bekannter spanischer Lieder.

Zum Abschluss: die Kasseler Singer-Songwriterin Nicole Jukic, begleitet von Lars Kraume (Percussion) und Christian Christe (Gitarre). Ihre Stücke waren mitreißend instrumentiert, explosiv und mit Gänsehaut-Stimme gesungen. Viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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