Die Band Nyali aus Sambia bewies im Schlachthof kulturelle Vielfalt

Afrika ohne Vuvuzelas

Kassel. Seit den ersten Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft verbinden die meisten mit Afrika den Klang der Vuvuzela, dem Markenzeichen dieses Turniers. Dass afrikanische Musik wesentlich ästhetischer und rhythmischer klingen kann, zeigte das Konzert der afrikanischen Gruppe Nyali Mittwochabend im gut besuchten Schlachthof.

Der Name des Ensembles stammt von dem Volk der Bemba, die wie auch die Mitglieder der Band aus dem südafrikanischen Staat Sambia stammen. Der Name Nyali, der so viel wie „Licht“ oder „Flamme“ bedeutet, erwies sich dabei nicht nur als passende Überschrift für die feurigen afrikanischen Rhythmen und Percussioneinlagen, sondern auch für die virtuosen Tanzeinlagen der sechs Energiebündel auf der Bühne.

Die abwechslungsreichen Songs von Yvonne Mwale (Gesang), Paul Mulauli (Gesang), Paul Banda (Gitarre), Nicholas Santa (Keyboard), John Luhanga (Bass) und John Ndobvu (Drums) sprühten nur so von Spiel- und Tanzfreude. Bei diesen knackigen Beats und Grooves dauerte es nicht lange, bis sich der ganze Saal im Takt der Songs hin und her bewegte.

Tanz mit der Sängerin

Die Sängerin Mwale ließ es sich bei der ausgelassenen Partystimmung im Kulturzentrum schließlich nicht nehmen, während eines Songs selbst die Tanzfläche vor der Bühne zu betreten und die Zuhörer zum Tanz zu bitten. Doch sowohl Mwale als auch Mulauli überzeugten an diesem Abend nicht nur mit ihrem exzessiven Tanz, sondern sorgten insbesondere bei ihrer nur vom Keyboard begleiteten Duoballade für Gänsehautfeeling im Saal.

Dabei verstanden es die Sänger immer wieder, ihr Publikum mit lauten Zwischenrufen anzuheizen und geschickt in die Songs einzubinden. Am Ende gab es stadionähnlichen Applaus für einen gelungenen vuvuzelafreien Mittwoch, der mehr über Afrikas kulturelle Vielfalt aussagte als manche Fernsehberichterstattung.

Von Sebastian Krämer

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