Gandersheimer Domfestspiele: Die spritzig-musikalische Krimikomödie „Blondgirl Undercover“

Agenten-Parodie mit viel Pepp

Umzingelt von Agenten: Das undercover agierende Blondgirl, verkörpert von Anaïs Lueken. Foto:  Jelinek

Bad Gandersheim. „Geschüttelt, nicht gerührt“! Doch ganz so bierernst wie James Bond die Zubereitung seines geliebten Wodka-Martini zelebriert hat, haben es die Autoren von „Blondgirl Undercover“ nicht mit ihrem Stück genommen. Christian Doll und Heiko Lippmann haben die Filmvorlagen über den berühmten Doppelnullagenten mächtig durcheinandergeschüttelt, noch eine ordentliche Portion „Derrick“ untergerührt und daraus mit Regisseur Craig Simmons und Dramaturgin Nina-Maria Schmidt eine spritzig-musikalische Krimikomödie gemacht, die jetzt bei den Gandersheimer Domfestspielen ihre vom Publikum viel bejubelte Uraufführung hatte.

Bevor die Zuschauer überhaupt Platz nehmen können, werden sie durch einen Autounfall auf dem Vorplatz der Stiftskirche auf das Geschehen eingestimmt. Unfall, Mord oder gar terroristischer Anschlag? Die Nachricht über den mysteriösen Vorfall geht schnell um die Welt. Schon bald finden sich immer mehr Agenten im Vorharzstädtchen ein, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Steckt etwa James Bond dahinter?

In ihren Rollen herrlich klischeehaft überzeichnet und für viel Heiterkeit sorgend tauchen Olga von der Wolga (Alexandra Farkic), aber auch Agenten aus China (Sebastian Hammer), Frankreich (Karsten Kenzel) und Schweden (Mickey Petersson) auf. Dazwischen werden Dr. No (Dirk Weiler) und das undercover agierende „Blondgirl“ gesichtet. Mittendrin ermitteln Kommissar Stefan (Thomas Christ) und sein Assistent Harry (Robert Meyer), und natürlich darf auch der Lokalreporter (Mario Gremlich) nicht fehlen. Feuerwehrmann Hubert (Florian Hacke) versucht verzweifelt, Ruhe in das Chaos zu bringen und seine neugierige Frau Mimi (Navina Heyne) in Schach zu halten.

Die ersten Szenen schleppen sich etwas zäh dahin, mit zunehmendem Einsatz der Festspiel-Band (musikalische Leitung: Uli Schmid) wird das Publikum aber in das immer mehr in Schwung kommende, aus vielen amüsanten Einzelszenen zusammengesetzte Geschehen hineingezogen.

Die mit viel Situationskomik gewürzten Gesangs- und Tanzszenen (Choreografie: Kati Farkas) mit Liedern aus Bond-Filmen wie „Goldfinger“, Gassenhauern wie „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ oder Falcos „Der Kommissar“ lassen ein nostalgisches 60er- bis bis 80er-Jahre-Feeling aufkommen.

Alle Darsteller überzeugen gleichermaßen, gesanglich und tänzerisch. Doch seien die drei weiblichen Akteure Alexandra Farkic (sehr stark in den Tanzszenen), Anaïs Lueken als naives Blondgirl mit viel Sexappeal - quasi eine komische Reinkarnation von Bondgirl Ursula Andress - und Navina Heyne als Mimi besonders erwähnt. Ihr gelingt gar, dass einem bei ihrer parodistischen Interpretation des Whitney-Houston-Songs „I will always love you“ Tränen vor Lachen über das Gesicht und Gänsehautschauer über den Rücken laufen.

Nächste Aufführungen: 12., 14., 15., 17. Juli, weitere Termine bis Mitte August, Kartentelefon: 05382/73-310/311

Von Carmen Barann

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