Der Weg zum Ruhm führte den Komponisten Heinrich Schütz über Kassel - Vor 425 Jahren wurde er geboren

Ahnherr der deutschen Musik

Heinrich Schütz (1585-1672) in Bronze: Das Denkmal des großen Komponisten steht in seinem Geburtsort Köstritz. Foto: dpa

Fest steht, dass der Komponist Heinrich Schütz vor 425 Jahren geboren wurde. Über das Datum gibt es mehrere Angaben. Ältere Quellen geben den 14. Oktober 1585 als Geburtstag an, heute gilt der 18. Oktober (nach gregorianischem Kalender) als Geburtstag und der 19. Oktober als Tauftag.

Fest steht auch, dass der im thüringischen Köstritz geborene Schütz niemals zum bedeutendsten deutschen Komponisten vor Bach geworden wäre, wenn ihn nicht der hessische Landgraf Moritz zur Ausbildung ans Mauritianum nach Kassel geholt hätte. Und wenn ihm der Landgraf nicht auch einen dreijährigen Studienaufenthalt in Venedig beim berühmten Komponisten Giovanni Gabrieli ermöglicht hätte.

Dass Schütz nach seiner Rückkehr 1613 Kassel bald verließ, um in Dresden Kapellmeister der Sächsischen Hofkapelle zu werden, kann man nicht bedauern: Dort standen ihm erstklassige Sänger und Instrumentalisten für die Aufführung seiner Werke zur Verfügung. Hier überstand er auch den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648, in dessen Wirren allerdings seine Frau Magdalena 1625 starb. Schütz selbst war 87 Jahre alt, als er 1672 in Dresden starb.

Überliefert sind von Schütz Vokalwerke - solistische ebenso wie Chorwerke. Seine ausdrucksvolle Sprachbehandlung hat ihn für spätere Komponisten zum Vorbild werden lassen. Für die protestantische Kirchenmusik ist Schütz von größter Bedeutung: Seine geistlichen Konzerte, die Symphoniae sacrae, seine Geistliche Chormusik, drei Passionen und die Weihnachtshistorie gehören gleichermaßen zum Repertoire von Alte-Musik-Spezialisten wie von vielen Kantoreien.

Heute ist Kassel die bedeutendste Schütz-Stadt: Hier ist der Sitz der 1930 gegründeten Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft, zahlreiche Handschriften und Erstdrucke von Schütz’ Werken lagern in der Murhardschen Bibliothek in Kassel, und die Schütz-Gesamtausgabe wird vom Kasseler Bärenreiter-Verlag betreut.

Von Werner Fritsch

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