Akkordeonale in Kassel: Die ganze Vielfalt eines Instruments

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Normalerweise spielt sie bei Rodeo-Veranstaltungen: Die brasilianische Akkordeonistin Adriana de Los Santos, die die Akkordeonale in der Adventskirche eröffnete. Foto: Malmus

Kassel. Was für eine Soundvielfalt, welch unterschiedliche Stile und Musikerpersönlichkeiten! Einmal mehr hat der Initiator Servais Haanen für die Akkordeonale 2014 ein akustisches Festbankett zusammengestellt. Der Ablauf in der voll besetzten Adventskirche war dabei vertraut: Mit „Invitation“, einer elegant-fließenden Haanen-Komposition, stellten sich die sieben Beteiligten im Kollektiv vor, um dann in eine Solo-Runde zu gehen.

Diese begann gleich mit dem größten Kontrast zwischen der feierlichen Konzertatmosphäre des Abends und dem Ort, an dem die Musik eigentlich gespielt wird: die junge brasilianische Knopf-Akkordeonistin Adriana de Los Santos umrahmt mit ihrer tanzbaren Gaucho-Musik eigentlich Rodeo-Veranstaltungen.

Mit Gulam Karimzadeh folgte der ungewöhnlichste Beitrag des Abends: Mit seiner Mischung aus verschachtelten iranischen Folklorelinien und Anleihen an den Jazz verbindet er spielerisch Orient und Okzident.

Die Belgierin Raquel Gigot setzt ganz auf die Tradition und trifft in ihren Interpretationen von Musette-Klassikern eines Jo Privat genau das Flair und das entspannte Tempo der Zeit. Jordan Djevic dagegen fegt mit seinen virtuosen Bearbeitungen von Musiken seiner serbischen Heimat alles vom Tisch.

Servais Haanen integrierte in „Um Fadinho“ gleich die beiden ausgezeichneten Begleiter des Abends: Johanna Stein addiert auf ihrem Cello wunderbar luftige Piccolo-Basslinien, und Rafael Fraga verleiht der Komposition mit seiner Fado-Gitarre den authentischen Klang.

Beim abschließenden „Die andere Hälfte des Gleichgewichts“ treffen sich die unterschiedlichen Temperamente wieder und verschmelzen zu einer großen Einheit. Begeisterter Applaus.

Von Hartmut Schmidt

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