Aktion Advent: Kantorei St. Martin sang Bachs Weihnachtsoratorium in Kassel

Festliche Klänge: Kinderkantorei, die Kantorei und das Orchester St. Martin unter der Leitung von Eckhard Manz führten die ersten drei Teile des Weihnachtsoratoriums von J.S. Bach auf. Foto: Fischer

Kassel. Zweimal war die Martinskirche voll, mit zusammen etwa 1800 Zuhörern. So viele kommen im Bereich der klassischen Musik (in Kassel) sonst nur zu Opernaufführungen.

Am dritten Adventssonntag standen um 17 und um 20 Uhr die ersten drei Kantaten von Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ auf dem Programm, das Werk, an das jeder zuerst denkt, wenn es um klassische Weihnachtsmusik geht.

Es sang die Kantorei St. Martin unter der Leitung von Eckhard Manz. Der große Chor bot einen überaus gepflegten Chorklang. Musterbeispiel war „Ehre sei Gott in der Höhe“ aus der zweiten Kantate, zügig in der Tempovorgabe, schwingend, musikalisch bis in die letzte Faser, auch von guter Textverständlichkeit und Durchhörbarkeit. Die Choräle hatten alle ihren eigenen Charakter, der sich am Text orientierte. Eine schöne, Hoffnung machende Idee war es, für einige der bekannten Kirchenlieder den neu gegründeten Kinderchor hinzuzuziehen. Sichtbar geborgen inmitten der Großen durften die Kinder die Choräle zum Teil einstimmig allein oder als Teil des Gesamtchors im Sopran mitsingen. Die besondere Farbe der jungen Stimmen gab der sehr gelungenen Aufführung eine weitere Dimension.

Vier Solisten übernahmen die Arien und Rezitative: Anna Nesyba mit glockenreinem Sopran, Elisabeth Holmer mit profundem Alt, Valdemar Villadsen mit seinem hellen Tenor für die Partie des Evangelisten und schließlich Daniel Holzhauser, der bei „Er ist auf Erden kommen arm“ im Zusammenspiel mit dem Kinderchor unnötig dramatisch polterte, sich später aber zurücknahm. Das Orchester St. Martin mit vielen Musikern aus dem Staatsorchester war ein kleines, feines, organisch mitatmendes Ensemble.

Die Konzerte waren Teil der „Aktion Advent“ der HNA. Fünf Euro von jeder verkauften Eintrittskarte gehen an Hilfsbedürftige in der Region.

Von Johannes Mundry

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