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Aktuelle Ausstellungen: Was in den Kasseler Museen los ist

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Von: Mark-Christian von Busse

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Überblicksschau: Roberto Cuoghi bespielt das Fridericianum mit Installationen, bei denen Sounds und Skulpturen zusammenwirken.
Überblicksschau: Roberto Cuoghi bespielt das Fridericianum mit Installationen, bei denen Sounds und Skulpturen zusammenwirken. © Andreas Fischer

Tagelang Schmuddelwetter, viel Grau am Himmel – warum nicht mal ein Museum besuchen? Wir geben einen Überblick, welche Ausstellungen zurzeit in Kassel laufen.

Kassel – Eine der frühen Arbeiten des italienischen Künstlers Roberto Cuoghi bestand darin, seinem Vater so ähnlich zu werden wie möglich. Als Student an der Akademie der Künste in Mailand kleidete er sich wie dieser, färbte Bart und Haare grau, und vor allem nahm er zu: erst 20, später weitere 60 Kilogramm.

Die Radikalität und Intensität, mit der Cuoghi seinen künstlerischen Fragestellungen auf den Grund geht – einmal ließ er für elf Monate seine Fingernägel wachsen –, spiegeln sich in seiner Einzelausstellung im Fridericianum wider (bis 29. Mai). Die Überblicksschau vereint Werke aus zehn Jahren in vielfältigen Medien – von der Klanginstallation bis zur Skulpturenserie aus Algenextrakt und Gelatine „Imitatio Christi“ als Auseinandersetzung mit christlicher Ikonografie.

Fragen nach der Rolle des Künstlers, nach der Hingabe an das eigene Schaffen und nach der Verstrickung in Ideologien wirft nebenan, in den eigentlich vom Kasseler Kunstverein genutzten Räumen des Fridericianums, auch Mischa Kuball auf. An seiner Ausstellung „nolde / kritik / documenta“ war das documenta-Archiv als Kooperationspartner wesentlich beteiligt (bis 19. Februar).

Existenzielle Überlegungen stößt auch das Museum für Sepulkralkultur an – im „Dialog mit dem Ende“. So heißt die Wanderausstellung, die bis 5. Februar in Kassel Station macht. Die Filmemacherin Sylvie Hohlbaum und der Fotograf Steffen Baraniak haben mit Menschen in ihrer letzten Lebensphase gesprochen. Entstanden sind ein eindrucksvoller Film und ausdrucksstarke Porträts, die vielen Besuchern Denkanstöße für ihr eigenes Leben geben.

Reise zum Vesuv: Von der Italienreise des Kasseler Gelehrten Simon Louis du Ry, den Anfängen der Archäologie bei Neapel und der Antikenbegeisterung am hessischen Hof handelt die aktuelle Ausstellung im Landesmuseum (bis 26.2.)

Fliegen können? In der Grimmwelt geht das – zumindest virtuell, mit einem VR-Headset, so wie es hier der Leiter Jan Sauerwald demonstriert. In der aktuellen Sonderausstellung „Unmöglich? Die Magie der Wünsche“ (bis 11. Juni) dreht sich alles um die Vollstellungskraft, um Utopien, aber auch um Verwünschungen – im Märchen und im Leben. Das ist mal kindgerecht und mal durchaus intellektuell anspruchsvoll gestaltet. 

2022 war ein Jahr des Irrsinns – das zeigt die Caricatura in ihrer „Beste Bilder“-Schau (bis 5.2.).

Eine Auswahl weiterer aktueller Sonderausstellungen

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