Kabarettist Stefan Waghubinger in Espenau

Der Albtraum jeder Ehefrau

Was kann ich denn dafür? Stefan Waghubinger jammert sich den Frust von der Seele. Foto: Schachtschneider

Espenau. Wie fundiert Stefan Waghubinger, besser gesagt seine träg-bornierte Bühnenfigur, zu recherchieren versteht und mit welcher Logik er seine Ergebnisse auswertet, wird deutlich, wenn er sich tiefsinnigen Fragen widmet: „Warum hat der Chinese so viel Weisheit? Weil er von klein auf Glückskekse isst.“

Eine andere aufschlussreiche Charakter-Variante des geistigen Spätzünders, treffender gesagt Gar-nicht-Zünders: „Man muss die Leute wieder zwingen, freiwillig in die Kirche zu gehen. Bei Sanifair auf den Autobahnraststätten klappt das ja auch.“

Am Samstagabend trat der in Österreich geborene und in Stuttgart lebende Kabarettist im Wickehof in Espenau auf. Die Veranstaltung war bestens besucht. Obwohl Waghubinger, der Theologie und Theaterpädagogik studierte, erst seit 2010 als Kabarettist auf der Bühne steht, heimste er schon in Serie Preise ein. Der Ausgangspunkt seines Programms „Langsam werd’ ich ungemütlich“: „Ich bin von zu Hause abgehauen.“ Der nächste Satz relativiert diese Entscheidung um eine entscheidende Nuance: „Meine Frau hat gesagt ,hau ab’ - und da bin ich konsequent.“

Nun sitzt er in einer Kneipe, schenkt sich einen ein und jammert sich den Frust von der Seele: „Ich hab ja gar nix gemacht, nur zum zweiten Mal ihren Geburtstag vergessen. Offensichtlich hat sie ihn selbst vergessen, denn sie hat ja gar nix gesagt.“

Waghubingers Charakter ist so sensibel wie Brot und so temperamentvoll wie ein Schlafsack. Von nichts hat er Ahnung, aber zu allem eine abstruse Meinung: „Sollte mal der Meeresspiegel bedrohlich ansteigen – einfach die Blauwale rausnehmen.“ Viel Applaus, zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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