Sonntag, ARD, 20.15 Uhr

Alien mit Schlüsselgewalt: So wird der Berliner „Tatort: Dein Name sei Harbinger“

Kennt sich bestens aus in der Welt der U-Bahnhöfe, Notausgänge und unterirdischen Schächte: Werner Lothar (Christoph Bach), der am Alexanderplatz in Berlin einen Schlüsseldienst betreibt. Foto: rbb/Gordon Mühle

"Ihr beiden seid ein Magnet für Horrorleichen“, sagt der Ermittler der Spurensicherung zu den Kommissaren Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke), als die am Beginn des Berliner „Tatorts: Dein Name sei Harbinger“ am Fundort einer Leiche auftauchen.

So wird der Tatort:

Was ist der Ausgangspunkt für diesen Krimi?

In einem ausgebrannten Transporter wird eine verkohlte Leiche entdeckt: ein vermisster Doktorand, der in einem Pharmaunternehmen in der Krebsforschung arbeitete. Auf ähnliche Weise sind bereits drei andere Menschen zu Tode gebracht worden. Es dauert aber, bis die Polizisten zwischen den Fällen eine Verbindung herstellen können.

Ist das Ganze also eine eher zähe Ermittlung?

Nein, ganz im Gegenteil. Das liegt auch daran, dass die Kamera einem Verdächtigen von Anfang an folgt: dem seltsam verschlossenen, einzelgängerischen Werner Lothar, der an der U-Bahn-Station Alexanderplatz einen Schlüsseldienst betreibt. Christoph Bach spielt diese rätselhaft-düstere, auch etwas abstoßende Alien-Figur brillant.

Anna Feil (C. Genzkow)

Florian Baxmeyer hat einen ungewöhnlichen, rasanten Krimi gedreht – nach einem Buch von Michael Comtesse und Matthias Tuchmann. Letzterer ist vor gut einem Jahr mit nur 42 Jahren gestorben. Manchmal erinnert dieser „Tatort“ an einen US-amerikanischen Großstadt-Thriller, nicht ganz glaubwürdig, aber spannend. So nämlich hat man Berlin noch nie gesehen.

Welches sind diese außergewöhnlichen Schauplätze?

Der Fall spielt überwiegend unter der Erde, in labyrinthisch verwinkelten U-Bahn-Schächten und -röhren, und in verlassenen alten Werkshallen. Aber auch in einer schicken Klinik für Reproduktionsmedizin, in der ein junger Arzt, einst selbst Berlins erstes Baby aus dem Reagenzglas, Kinderwünsche erfüllt. Wie diese Welten verknüpft sind, ist das große Rätsel des Falls.

Und wie schlagen sich die Kommissare?

Die Sympathie zwischen dem kühlen Zyniker Karow und der empathischen Rubin ist weiterhin gleich null. In den Fall hineingezogen wird auch die junge Kollegin Anna Feil (Carolyn Genzkow), die um ihren Vater trauert – manche Momente haben einen gewissen Gruselfaktor. Karow wiederum ermittelt eigenständig und mit hohem Körpereinsatz. Diese Szenen werden im Gedächtnis haften.

Eine Kritik lesen Sie nach der Ausstrahlung am Sonntagabend auf www.hna.de/kultur.

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