Kunsthochschule: Christian Philipp Müller ist designierter Rektor

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Christian Philipp Müller

Kassel. Eine lange Wartezeit ist zu Ende: Beim Rundgang, der am Mittwoch, 13. Juli, beginnenden Jahresausstellung, wird sich der neue Rektor der Kasseler Kunsthochschule, Christian Philipp Müller, vorstellen.

Der documenta-Teilnehmer 1997 wird auch bei der Weltkunstausstellung im kommenden Sommer als Künstler dabei sein.

In den Studiengängen und Klassen an der Menzelstraße hat sich der 1957 im Schweizer Biel geborene Performance-Künstler bereits umgesehen und viele künftige Kollegen kennengelernt. Offiziell ist Müller jedoch noch ein designierter Rektor - das Berufungsverfahren läuft noch: Die Universität Kassel hat einen Ruf an den gelernten Schriftsetzer und Buchgestalter erteilt, den dieser nun noch annehmen muss. Dann muss die Leitung der Universität das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst bitten, Müller zum Rektor zu bestellen. Dessen Amtszeit wird - als Professor wie als Rektor - vier Jahre betragen.

Rechtliche Bedenken gegen die Ernennung bestehen laut Dr. Guido Rijkhoek, Pressesprecher der Universität Kassel, nicht mehr, seit Müllers Vorgängerin, Prof. Karin Stempel, mit ihrer Klage auf Weiterbeschäftigung auch in der zweiten Instanz im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof unterlegen war.

Schon das Verwaltungsgericht hatte die Rechtsauffassung der Universität bestätigt: Stempel habe keinen Anspruch darauf, das Amt der Rektorin weiter auszuüben. Zwar sei sie 2008 für vier Jahre zur Kunsthochschulrektorin gewählt worden, mit dem Ablauf des Beamtenverhältnisses auf Zeit im Mai 2010 sei diese Berufung aber erloschen. Gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs hatte Stempel keine Rechtsmittel mehr eingelegt.

„Wir gehen davon aus, dass es auch in der Hauptverhandlung zu keiner anderen Entscheidung kommen würde“, sagt Rijkhoek. So umfassend seien die Urteile begründet. „Deshalb sind die rechtlichen Voraussetzungen jetzt gegeben.“

Auch bei documenta dabei

Kassel ist für den kommissarischen Rektor, der in Zürich Design und in Düsseldorf Kunst studiert hat, kein unbekanntes Terrain: Bei der documenta 1997 hatte Müller wichtige Arbeiten früherer documenta-Ausstellungen - Joseph Beuys’ 7000 Eichen und Walter de Marias Erdkilometer - mit einem „Balanceakt“ buchstäblich und im übertragenen Sinn miteinander verknüpft. Zur documenta 13 im Jahr 2012 ist Müller ebenfalls eingeladen worden.

Kunst ist bei Müller, der 1992 nach New York gegangen ist und bislang dort sowie in Berlin lebt, immer interdisziplinär angelegt. Er war Assistent bei Kasper Königs Skulptur-Projekten in Münster, Autor, Kurator, Venedig-Biennale- sowie Manifesta-Teilnehmer. 2007 hatte er eine Retrospektive im Kunstmuseum Basel.

Von Mark-Christian von Busse

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