Lebensfreude und die große Liebe: Die Kanadierin Melanie Dekker begeisterte mit ihrer Band

Alle 20 Minuten ein Kuss

Singt von Liebe, Zufriedenheit und Lebensfreude: Melanie Dekker transportiert in ihren Liedern gute Laune. Aber auch Leid, die Enttäuschung in einer Partnerschaft sind Themen in ihren Songs. Foto: Koch

Kassel. „I want to kiss you every 20 Minutes, Baby“ - Melanie Dekker ist eine Singer/Songwriterin, die mit einer griffigen Textzeile wie dieser überall verstanden wird. Sie sehnt sich nach Liebe und Zufriedenheit, und wenn sie diesen Zustand für sich erreicht hat, ist für den Mann ihrer Träume alle 20 Minuten ein Kuss fällig. Mit schlanken Gitarren-Akkorden und einer an Melissa Etheridge erinnernden Stimme katapultiert sie gute Laune über den Bühnenrand und lässt keinen Zweifel entstehen, auf welcher emotionalen Wellenlänge sie funkt.

Lebensfreude heißt das Zauberwort, und trotz lyrischer Intimität schimmert der Blickwinkel für das große Ganze durch die Kompositionen. Bei ihrem Konzert im gut besuchten Theaterstübchen ließ die smarte Kanadierin erkennen, dass man einen Weg zwischen Glück und Leid finden kann, der sowohl in einer Partnerschaft als auch in der privat-ideologischen Ausrichtung zu einem befriedigenden Ziel führt. Mit „I’m A Hippie“ transponiert sie die Woodstock-Ära in die Neuzeit und hält ein Plädoyer für Ginseng-Tee, Joni Mitchell und Trommelsessions im Park, anstelle von Coca Cola, Lady Gaga und Spießertum.

Das tanzbare „Saturday Night Show“ beschreibt den Zustand, wenn man etwas nur für Geld macht. Und bei der intensiven Ballade „What A Fool I Am“ ist die Enttäuschung über die Fehleinschätzung eines Liebhabers groß. Neben Dekker glänzten die E-Gitarristen Stefan Rapp und David Sinclair mit druckvollen Soli und gut abgestimmter Akkordbegleitung. Als Hintergrund-Sänger sorgten sie für polyphone Höhepunkte, und Cachon-Spieler Karsten Lips pumpte bei einigen Songs mächtig Partystimmung aus der kleinen Holzkiste. Wenn sich dann doch mal eine kleine Dissonanz im Zusammenspiel ergab, wurde sie charmant weggelächelt. Dave Sinclair, der auch schon bei K. D. Lang die Saiten zupfte, eröffnete nach der Pause mit einem spektakulären Folkrock-Intermezzo die zweite Hälfte des Abends. Danach wurde Dekkers Laune immer besser, und es folgte Anekdote auf Anekdote. Das Publikum hatte an allem sichtlich Spaß und wurde nach einem kräftigen Schlussapplaus mit mehreren Zugaben belohnt.

Von Andreas Köthe

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