Vor allem Party: Die finnische A-cappella-Gruppe Fork in Vellmar

Die Show zählt: Das finnische Quartett Fork. Foto: Fischer

Vellmar. „Mitreißend, berauschend, hypnotisch“ – so schwärmt das Programmheft des Vellmarer Festivals von der finnischen A-cappella-Formation Fork. Zu ihrem Konzert am Donnerstag kamen 260 Besucher. Wird so viel Lob aufgeschäumt, dann schleicht sich schon mal etwas Skepsis ein: Sind die wirklich so gut?

Bei Fork kann man sich nur schwer festlegen. Für diejenigen, die in Partylaune kamen, exaltierte Bühnenshows mit einem Schuss Sexappeal und simplen Rhythmen als Gute-Laune-Pusher schätzen, hatte sich der Weg nach Vellmar gelohnt. Gemessen am lautstarken Applaus, der nach jedem Stück einsetzte, galt das für die meisten Besucher. Wer hingegen anspruchsvolle A-cappella-Kunst erwartet hatte, dürfte das Konzert nur mit Abstrichen genossen haben.

Sieht man Gesang und Bühnenshow dieser Formation mal nicht durch die grell-bunte Partybrille, kann man eigentlich nur zweien der vier Protagonisten das Prädikat Stimmkünstler verleihen: der blonden Sängerin Anna Asunta und dem kahlköpfigen Jonte Ramsten. Ob beim Europe-Hit „The Final Countdown“, beim AC/DC-Pusher „Highway To Hell“, bei Stücken von Queen oder Balladen – diese beiden überzeugten. Weniger die simplen Arrangements der meisten Stücke – überwiegend Ohrwürmer aus Rock und Pop.

Gleiches gilt für die beiden anderen Sänger. Hatte die brünette Mia Hafren den Solopart, galt Sexappeal vor Stimme, gab Kasper Ramström den Leadsänger, dann beeindruckte seine wilde Frisur – links glatt rasiert, rechts lange Silbermähne – mehr als sein Gesang. Auch sein Marsch durch das Publikum beim Modern Talking-Hit „You’re my heart, you’re my soul“, bestätigte das. Dem Publikum war’s wurscht.

Dabei hätte diese Formation mehr zu bieten, zeigte aber nur in Ansätzen, dass sie zu gehobenen A-cappella-Acts fähig ist, Fazit: Für Partyjünger ein Fest –für Freunde anspruchsvoller Musik kein Heiligabend.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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