Das Quartett Aquabella in Kaufungen

Ein brillantes Ganzes: Das A-cappella-Quartett Aquabella in Kaufungen. Foto: Schachtschneider

Kaufungen. Wer wagt, gewinnt, sagten sich die Veranstalter vom Kultursommer Nordhessen und ließen das Konzert mit dem weiblichen Vokalquartett Aquabella in Oberkaufungen wie geplant unter freiem Himmel beginnen.

Die Böen und dunklen Wolken um fünf vor acht am Samstagabend verhießen kein gutes Ende, doch bis zur Pause machten die dicksten Gewitterwolken einen Bogen um den stimmungsvollen Stiftshof. Danach wurde das Konzert bei Gewitter in der nicht minder stimmungsvollen Zehntscheune fortgesetzt. Die Begeisterung der Zuhörer und die Qualität des Gesangs nahmen durch den Ortswechsel keinen Schaden.

Mit „Weibliche Weltmusik“ beschreiben sich Bettina Stäbert, Heleen Joor, Bérangère Palix und Claudia Karduck. Das trifft es gut. Lieder aus Frankreich, Schweden, Russland, der Ukraine, aus Bulgarien, Ostafrika und sogar von den Maori aus Neuseeland waren in ihren originalen Sprachen und originellen Arrangements zu hören. Der Schwerpunkt aber lag auf dem hohen Norden, denn das Thema war „Weiße Nächte - Klang gewordene Sagen“. Dabei musste Island im Zentrum stehen, wo die Riesin Gryla die Menschen erschreckt, wo Trolle hausen, die Suppen auslöffeln, Würstchen klauen und vergeblich in einen Prinzen verliebt sind.

Manches gab es da zu lernen, zum Beispiel über das isländische Nationalgericht Hákarl: vergrabenes, vergorenes Haifischfleisch, das luftgetrocknet wird, wenn es wieder aus der Erde geholt ist. Man schien es förmlich zu riechen.

Der schöne Gesang half über die für Mitteleuropäer unangenehme Vorstellung hinweg. Was die Sängerinnen zu bieten hatten, hatte sich mit allen Wassern des Nordmeers gewaschen. Die Stimmen ergaben bei aller Individualität ein brillantes Ganzes, das von Temperament nur so sprühte. Neben den blitzsauberen Tönen in den meist recht komplizierten Sätzen wurde die Vorstellung durch ein Vielerlei an Geräuschen (wirklich „trollig“ das unverständliche Geplauder der Gnome) und eine unterhaltsame Choreografie ergänzt.

Von Johannes Mundry

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.