Ein kurzweiliger „Soundcheck“ über Konflikte in der Musik

Allerlei Streithähne

Besondere Attraktion: Sängerin Katja Friedenberg. Foto:  Malmus

Kassel. Wenn von Musik die Rede ist, schwelgt man gern in gehobenen Gefühlen. Was leider oft naiv ist. Daran erinnerte eine rundum gelungene Veranstaltung der Soundcheck-Reihe im Konzertsaal der Uni mit dem Motto „Streithähne - Konflikte in der Musik“.

Die Essayistin Verena Joos warf geistreiche verbale Giftpfeile auf die Idealisierung der Musik und ihrer Produzenten. Robert Schumann etwa wird häufig als Sensibelchen gesehen, konnte aber auch ganz anders. Unter dem Pseudonym Florestan zog er heftig über die Philister her und regte gar den Totschlag der Spießer an.

Schlau ausgewählt waren die Musikstücke des von Hellmuth Vivell konzipierten Konzerts. Die Studierenden zeigten sich im guten bis besten Licht - beginnend mit David Visnadi (Klavier) und Auszügen aus Schumanns „Davidsbündlertänzen“.

Mit feiner Klangpalette spielte die Pianistin Johanna Römer drei Busoni-Stücke. Eine besondere Attraktion waren die Sängerinnen Katja Friedenberg und Johanna Reusse mit dem Eifersuchtsduett aus der „Dreigroschenoper“ - Zickenalarm inklusive. Sinnfällig beschlossen wurde das Programm mit Vivells Arrangement der Sonate „Der Streit zwischen David und Goliath“ von Johann Kuhnau.

Sogar ein witziges Schumann-Zitat war in den swingenden Barocksound eingeflochten. Lebend werden ließen ihn Alena Ey, Lisa Faber, Kristin Hoffmann, Jörn Peeck, Sebastian Schilling und der Multiinstrumentalist Nils Graumann, der sich mit dem Sousafon ebenso gut auskennt wie mit der Blockflöte.

Für den Beifall der 70 Zuhörer bedankte man sich mit Haydns Hommage an die Ehegattin: „Ein einzig böses Weib“.

Von Georg Pepl

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