Premiere von „Mord im Pfarrhaus“ bei der Kleinen Bühne 70

Alles kommt ans Licht

Ermittlungen im Pfarrhaus: Pfarrer Clement (Christian Hahn, von links), Miss Marple (Angelika Langlotz) und die Pfarrfrau (Marion Kleinert). Foto: Koch

Kassel. „Nanu, vorhin war er doch noch so jut wie neu“, stellt Dienstmädchen Mary (Nicole Berninger) locker fest, doch die Situation ist äußerst prekär: Ausgerechnet im Wohnzimmer ihres Arbeitgebers Pfarrer Leonard Clement (Christian Hahn) findet man die Leiche von Oberst Hampton (Jan König). „Ein Unfall?“. Die Antwort des Arztes Dr. Haycock (Michael Cadino Koch) ist eindeutig: „Bei einem Schuss in den Nacken wohl kaum.“

Mord also. Doch wer ist der Täter? Gründe, den äußerst unbeliebten Hampton zu töten, hatten nahezu alle im Dorf.

Mit einer Bühnenfassung von „Mord im Pfarrhaus“, dem zehnten Kriminalroman der legendären britischen Autorin Agatha Christie (1890-1976), feierte die Kleine Bühne 70 am Samstag vor ausverkauften Rängen im Cassalla-Theater eine erfolgreiche Premiere.

Der besondere Reiz des Stoffes ergibt sich, wie in so vielen Krimis von Agatha Christie, aus der Tatsache, dass nicht die Polizei, sondern die alte, liebenswert schrullige und äußerst neugierige Hobbydetektivin Miss Marple den Fall lösen wird.

Der Mord an Oberst Hampton ist nur der Startschuss zu einer Reihe von Enttarnungen. Im Zuge der Ermittlungen durch den netten, aber nicht gerade mit Spürsinn ausgestatteten Inspektor Slack (Michael Kleppe) kommt so manches ans Licht: Hamptons Gattin (Djamila Groch) hatte ein Verhältnis mit dem undurchsichtigen Künstler Redding (Helmut Hartung, cool, glaubwürdig), Hilfspfarrer Hawes (Michael Neugebauer) veruntreute Kirchengelder und auch Griselda Clement (Marion Kleinert), die Gattin des Pfarrers, hat etwas zu verbergen. Der schlaksige Neffe Dennis (Vincent Kirchner), Stieftochter Virginia (Lara Gundlach), die urige Mrs. Price-Ridley (Irene Schmidt, herrlich unterhaltsam) und erst recht Miss Marple (Angelika Langlotz mit vielen Facetten des Originals) mit ihrem Spürsinn vergrößern das Chaos. Mehr sei hier nicht verraten, wohl aber: Das Publikum hatte seinen Spaß.

Dickes Lob für die Regie (Ralph Langlotz), das liebevoll gestaltete Bühnenbild und die mit Hingabe spielenden Darsteller. Lang anhaltender Applaus.

Wieder an den Samstagen 13./20.9., 19.30 Uhr, und an den Sonntagen 14./21.9., 17 Uhr, Cassalla-Theater, Jordanstraße 11, Tel. 05 61 / 77 49 19, www.kb70.de

Von Steve Kuberczyk-Stein

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