Teuerstes Werk auf bis zu 120.000 Euro geschätzt

Alles muss raus: Auktion beim inhaftierten Kunstberater Helge Achenbach

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Bei der Achenbach-Auktion wird großer Andrang erwartet: Das Kunstwerk „Spaziergang in der Nacht“ von A. R. Penck, davor Affenskulpturen von Jörg Immendorff.

Düsseldorf. Eine Biene von Beuys für 500 Euro, sogar ein Ex-Bundeskanzler ist im Ausverkauf: Jörg Immendorffs Porträt von Gerhard Schröder gibt es als Siebdruck für 300 Euro.

Zwei riesige Lagerhallen auf einem Gewerbehof in Düsseldorf sind der Showroom für die Insolvenzmasse der Firmen des inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach.

Alles muss raus bei dem dreitägigen Düsseldorfer Auktionsmarathon von heute bis Freitag. Kein Poster von Mark Rothko und kein Werk von Markus Lüpertz oder Jonathan Meese soll liegen bleiben. Deshalb wurden die Schätzpreise niedrig angesetzt. 2000 Werke kommen unter den Hammer. Die Hälfte ist unter 1000 Euro taxiert. Teurer wird es am Samstag in Köln, wo 120 Glanzstücke versteigert werden. So wird etwa das Kissenbild „Trampolin“ von Gotthard Graubner auf 80.000 bis 120.000 Euro geschätzt.

Umstrittener Kunstberater: Helge Achenbach

Es ist keine normale Auktion, weder für das Auktionshaus Van Ham noch für die Bieter. Ein wenig geht es bei der Vorbesichtigung zu wie an den Wühltischen im Discounter. Die Ware ist der Lagerbestand Achenbachs, aus dem der Händler zum Beispiel Unternehmenszentralen bestückte.

Sauber gerahmte Auflagenwerke berühmter Künstler liegen zu Schnäppchenpreisen in Regalen. An provisorischen Wänden hängen Siebdrucke von Heinz Mack und Farblithografien von Beuys. In einer Vitrine grüßen Dutzende Bronze-Affen von Jörg Immendorff.

Seit einem Jahr sitzt Deutschlands bekanntester Kunstberater im Untersuchungsgefängnis. Inzwischen ist der 63-Jährige wegen Millionenbetrugs an schwerreichen Kunden zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sein Firmengeflecht ist insolvent. Bis zu 50 Mio. Euro sollen Gläubiger verlangen. Aus der Versteigerung sowie bei Sotheby’s in London erwartet Insolvenzverwalter Marc d’Avoine einen Erlös von rund sechs Mio. Euro.

Trotz eines Urteils auf 19 Mio. Euro Schadensersatz zieht der Name Achenbach immer noch. So wirbt Van Ham für die Versteigerung mit dem Titel „Achenbach Art Auction“.

Alle Objekte werden ohne Limit - auch nach unten - angeboten. Das hat sich herumgesprochen. 500 Bieter aus dem In- und Ausland hätten Gebote für 1300 Objekte abgegeben, sagt eine Sprecherin von Van Ham am Montag. „Die Gebote trudeln minütlich ein.“ Schon am Wochenende strömten 700 Besucher zur Vorbesichtigung in die Lagerhallen.

„Sollte es kein Gebot geben, dann wird zur Hälfte angeboten, dann irgendwann zu 20 Euro und dann ist es weg“, sagt Van Ham-Chef Markus Eisenbeis. (dpa)

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