Alles oder nichts: Die erste CD von Rapper Paul Wind

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Rapper, Pianist und Filmemacher: Paul Wind alias Ippolit Vikhorev (25) ist ein Multitalent. 

Das Kasseler Multitalent Paul Wind bringt HipHop und Klavierspiel zusammen. Nun sammelt der 25-Jährige 5000 Euro für sein erstes Album. Er will es richtig machen oder gar nicht.

In 27 Tagen ist Paul Wind entweder dabei, seinen Traum wahrzumachen - oder aber er muss viel Geld zurückzahlen. Seit dieser Woche sammelt der Kasseler Rapper auf der Crowdfunding-Plattform Startnext Geld, um sein erstes richtiges Album aufzunehmen.

5000 Euro sollen bis zum 1. März zusammenkommen. Wird das Ziel erreicht, kann Wind durchstarten. Doch wenn der 25-Jährige etwa nur 4000 Euro bei Unterstützern einsammelt, ist das Projekt gestorben. „Das Prinzip heißt alles oder nichts“, sagt Wind.

Die Schwarmfinanzierung im Netz ist beliebt bei Musikern und anderen Kreativen. Jeder kann Geld geben und erhält dafür besondere Gegenleistungen. Für zwölf Euro gibt es bei Wind etwa Pianonoten zum Nachspielen. Wer 350 Euro zahlt, kann den HipHopper bei sich im Wohnzimmer auftreten lassen.

Auf Crowdfunding setzen nicht nur Nachwuchskünstler, sondern auch bekannte Namen. Der einstige „DSDS“-Gewinner Thomas Godoj etwa wollte für sein jüngstes Album 55.000 Euro sammeln. Seine Fans gaben fast das Dreifache.

Wind, der an der Kasseler Kunsthochschule Neue Medien studiert, hat erst knapp 1000 Facebook-Fans, aber eine ungewöhnliche Geschichte. Der junge Mann, der eigentlich Ippolit Vikhorev heißt, wurde in St. Petersburg geboren und wuchs in Fritzlar auf. Als Klavierschüler durchlief er bei einer Russin in Nordhessen die harte Schule, ehe er mit 14 HipHop für sich entdeckte.

Auf seinem Mini-Album „Melancolica“ verband Wind im vergangenen Jahr beides. „Seither denke ich nur noch in Tonarten, durch meine Adern fließt kein Blut, es sind Sonaten“, heißt es im Stück „Piano“. Auch auf dem neuen Album „Fingerabdruck“ werden Beats und Klavierklänge zu hören sein. Es wird ein Video geben, die Fingerabdrücke der Unterstützer will er fürs Cover künstlerisch verarbeiten - alles ist professionell durchdacht. Unterstützung hat er sich ebenfalls bei seinem Kumpel Christian Durstewitz („Unser Star für Oslo“) und der Crowdfunding-Plattform Unikat der Kasseler Uni geholt.

Dabei ist das Musikalbum nur eines von zwei Projekten. Parallel dreht Wind, der auch schon für andere Musiker Clips produziert hat, seinen Uni-Abschlussfilm. In „Amnesia“ erzählt er von seiner Kindheit in St. Petersburg. Der 20-minütige Streifen soll sogar auf internationalen Festivals gezeigt werden. Falls also der eine Traum platzen sollte, kann Wind immer noch den anderen wahr werden lassen. www.startnext.com/paulwind

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