„Fidelio“ in Darmstadt

Alles wird gut?

Als Leonore stark: Katrin Gerstenberger. Foto: Aumüller

Darmstadt. So heiter-sorglos hat man das Schlussbild von Beethovens „Fidelio“ selten erlebt. Vergessen die Bilder der Verzweiflung und Todesangst: Florestan ist gerettet! Der neue Mann an der Spitze hat den Gefangenen die Freiheit versprochen, und Bösewicht Pizarro hat das Weite gesucht. Glücklich eilt das wieder vereinte Paar Hand in Hand der Zukunft entgegen. Nur am unteren Bühnenrand machen die bangen Gesichter und verlangend ausgestreckten Arme der Häftlinge misstrauisch. Wird Don Fernando Wort halten?

Der Intendant des Darmstädter Staatstheaters, John Dew, hat Beethovens Ideendrama „Fidelio“ als „Legende der erfüllten Hoffnung“ (Ernst Bloch) auf die Bühne gebracht. Im Zentrum stehen das Hohelied der Gattenliebe, der Freiheit und Verbrüderung aller Menschen. Doch der Regisseur ist skeptisch, geht auf Distanz - auch in der Führung seiner Protagonisten. Er räumt Beethovens Musik bewusst den Vorrang ein. Was zu Spannungsarmut auf der Bühne führt und das Geschehen nicht wirklich unter die Haut gehen lässt. Das Entscheidende tönt aus dem Orchestergraben, die „handelnden“ Personen illustrieren es nur.

Die Rolle der liebenden Gattin Leonore ist mit Katrin Gerstenberger hervorragend besetzt. Nicht adäquat präsentiert sich hingegen Norbert Schmittberg als der für Wahrheit, Freiheit und Gerechtigkeit kämpfende Florestan. Generalmusikdirektor Constantin Trinks sorgt immerhin für Tempo und starke Kontraste. Dem Dirigat vor allem galt der starke Applaus.

www.staatstheater-darmstadt.de

Von Britta Steiner-Rinneberg

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