Hessischer Kulturpreis geht an Trio aus Design und Fotografie

Den Alltag geprägt

Preisträger im Gespräch: Fotograf F. C. Gundlach (von links), Designer Dieter Rams und Plakatgestalter Gunter Rambow. Foto: dpa

Frankfurt. Seit 1982 vergibt die hessische Landesregierung den mit insgesamt 45 000 Euro dotierten Hessischen Kulturpreis. In diesem Jahr ging er erstmals an Künstler, die sich der Fotografie und dem Design verschrieben haben. Geehrt wurden am Dienstagabend im Frankfurter Museum für angewandte Kunst der Modefotograf Friedrich Christian Gundlach (85), der Plakatkünstler Gunter Rambow (73) und der Designer Dieter Rams (79).

Alle drei sind inzwischen weltweit geehrt für Arbeiten, die immer auch einen gesellschaftspolitischen Bezug aufweisen - und alle drei haben eine besondere Verbindung zu Hessen, wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bei der Preisverleihung betonte.

Gundlach etwa stammt aus dem Alheimer Ortsteil Heinebach (Kreis Hersfeld-Rotenburg). Er besuchte Rolf Nehrdichs Private Lehranstalt für Moderne Lichtbildkunst in Kassel, machte sich einen Namen als Theater- und Reportagefotograf und wurde zum Weltbürger, der die Modefotografie revolutionierte. Seine Bilder, die sich stets mit Strömungen der modernen Kunst auseinandersetzen, hängen in den Museen der Welt. Gundlach, der lange in New York zu Hause war, lebt heute in Hamburg und Berlin.

Einen herzlichen Dank an Hessen sprach der zweite Preisträger Gunter Rambow aus. Rambow, dessen Plakatwerk in Europa, Amerika und Asien höchste Anerkennung findet, stammt aus Mecklenburg. Als entscheidende berufliche Stationen nannte er jedoch die Ausbildung zum Glasmaler in Hadamar, das Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Kassel und seine dortige Professur für Visuelle Kommunikation.

Als einen Künstler, der den Menschen im Alltag begegnet, ohne dass sie es unbedingt merken, beschrieb Bouffier den aus Wiesbaden stammenden Designer Dieter Rams, der jahrzehntelang für die Produkte des Elektrogeräteherstellers Braun AG verantwortlich zeichnete. Rams gilt heute neben den Bauhausvertretern als einer der bedeutendsten funktionalistischen Gestalter des 20. Jahrhunderts.

Der Laudator, der Frankfurter Designer Peter Zizka, schilderte in sehr persönlicher Art, wie die Geehrten zunächst eher zufällig und dann als Vorbilder seine künstlerische Entwicklung geprägt hätten. Während andere visuelle Kommunikation heute in Form von „Begriffshülsenschleudern“ zu bewerben suchten, seien die Werke der Preisträger „zentrale Elemente unseres kulturellen Gedächtnisses“, die den Blick der Menschen verändert hätten.  Drei Fragen

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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