Von Jazz über Weltmusik bis Indie: Das neue Programm des Kulturzentrums ist noch vielfältiger

Mit dem Alphorn im Schlachthof

Spielt mit dem Alphorn Jazz: Die Schweizer Musikerin Eliana Burki. Fotos: zdf/nh

Kassel. Der Titel der Facebook-Seite klingt, als könnte es im Kulturzentrum Schlachthof bald zugehen wie im Konflikt um Stuttgart 21. Seit einiger Zeit gibt es im wichtigsten sozialen Netzwerk eine „Bürgerinitiative gegen die Säule im Schlachthof Kassel“. Der direkt vor der Bühne platzierte Deckenpfeiler versperrt Zuschauern die Sicht, und auch die Künstler sind nicht erfreut darüber - trotzdem unterstützen bislang erst 41 Personen die unbekannten Initiatoren, die fragen: „Ist die Säule tragend?“

Tragend ist in jedem Fall das Veranstaltungsprogramm des Kulturzentrums, das in der neuen Saison noch vielfältiger geworden ist. „Bei uns ist jetzt praktisch jeden Tag etwas los“, sagt Wolfram Benczek, der das Publikum des traditionsreichen Clubs in der Nordstadt in den vergangenen Jahren verjüngt hat, ohne das alte zu vergraulen. Auch in diesem Herbst kommen der Jazzfan und Weltmusikliebhaber ebenso auf ihre Kosten wie der Student, der auf Indierock steht. Ein Überblick:

• Höhepunkt im September ist neben der 19. Auflage des Jazzfests (22.9. bis 1.10.) der Auftritt des US-Fusionmusikers Adam Holzman, einst Leiter der Band von Miles Davis (14.9.).

• Singer/Songwriter waren schon zuletzt ein Schwerpunkt - nun kommt gleich eine neue Reihe in den Schlachthof: Das für den Grimme Online Award nominierte Musikformat TV Noir (zdfkultur) geht bundesweit auf Konzertreise. Regelmäßig gastieren nun die angesagtesten Singer/Songwriter in Kassel. Zum Auftakt spielen Tex, der Moderator der mit viel Lob überschütteten Reihe, und Florian Ostertag (3.10.).

• Öfter als zuletzt wird es wieder Lesungen zu sozialpolitischen Themen geben. Erster Gast am 10. Oktober ist der deutsch-ägyptische Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad, der mit der ARD-Sendung „Entweder Broder - Die Deutschland-Safari“ bekannt wurde.

• Jeden ersten Samstag im Monat gibt es die neue Party-Reihe Groove Express mit Soul und Funk aus den 80ern.

• Die Indie-Reihe „Bigmouth Strikes Again“ bietet Acts mit coolen Namen - etwa die Blockflöte des Todes (7.10.) und die tolle Band Fotos (21.10.).

• Außergewöhnliche Gäste im Oktober sind der US-Jazzpianist und -sänger Freddy Cole (14.10), Bruder von Nat King Cole, sowie die Schweizer Musikerin Eliana Burki, die beweist, dass man auch mit dem Alphorn funkigen Jazz spielen kann (15.10.). Ob ihr Instrument wegen der Säule überhaupt auf die Bühne passt, wird sich zeigen.

www.schlachthof-kassel.de

Von Matthias Lohr

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