Alpiner Tausendsassa: Hubert von Goisern im ausverkauften Kasseler Kulturzelt

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Ein vom Fernweh inspirierter Heimatsucher: Hubert von Goisern im Kulturzelt.

Kassel. Die Berge und das Alpenglühen waren ganz nah an diesem Dienstagabend: Mundharmonika und Ziehharmonika, Kuhglocken und Klarinette malten Bilder ins Nordhessische. Und zum Schluss standen vier Männer erschöpft im Kreis, jodelten a cappella, und es klang ein wenig gregorianisch, auf jeden Fall sakral.

Ein perfekter Schluss für eine perfekte Performance im ausverkauften Kasseler Kulturzelt, und das Publikum jubelte Hubert von Goisern und seinen drei Musikern zu, die Alpenrocker aus dem Salzkammergut wurden kräftig gefeiert.

Irgendwie erinnert der Pionier der alpinen Weltmusik an die legendäre Kölschrockband Bap - eine Sprache, die kaum einer versteht, und eine Musik, die alles vereint, das Rockige und das Weiche, das Nachdenkliche und das Rebellische. Hubert von Goisern stellte im Kulturzelt seine neue CD vor, die noch nicht auf dem Markt ist. Denn er will die neuen Lieder in Ruhe spielen und keiner soll mitsingen. Eine umwerfende Erklärung ist dies, eben Hubert von Goisern, einfach anders.

Der vom Fernweh inspirierte Heimatsucher ist vor allem ein Klangbildmagier. Mit E-Gitarre und Mundharmonika löst er sich vom heimatlichen Bad Goisern, Freiheit bedeutet für ihn, ganz weit weg zu sein und eben auch ganz nah. Dann singt er, der eigentlich Hubert Achleitner heißt, ein rockiges Loblied auf seinen Heimatort und die sechs Blaskapellen (Goisern, i steh auf di), die ihn zur Musik gebracht haben.

Aber auch mit Hardrock-Rap in „Indianer“, dem folkloristischen „Halt nit an“, dem schreiend komischen „Heidi“-Lied, der verblüffenden Adaption von Janis Joplins „Mercedes Benz“ oder dem melancholischen Mitsing-Lied „Ganz weit weg“ begeistert der alpine Tausendsassa sein Publikum. Wie er Traditionelles mit Modernem mischt und mit seinen drei Musikern Alex Pohn (Schlagzeug), Helmut Schartlmüller (Bass) und Severin Trogbacher (Gitarre) das Volkslied mit einem rockigen, erdigen Sound verbündet, ist beglückend in seiner Spielfreude und Energie.

Singt, nein schreit und jodelt er dann noch sein „I will leben“ ins Publikum, schafft das ein ungeahntes Lebensgefühl.

Kulturzelt am Donnerstag, 19.30 Uhr: Trombone Shorty & Orleans Avenue.

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