Soulsonic zu Gast im Theaterstübchen

Alte Klänge neu entdeckt

Mit viel Gefühl: Romana Reiff und Andreas Köthe alias Soulsonic verzauberten im Theaterstübchen ihr Publikum. Foto:  Socher

Kassel. Für einen stimmungsvollen Abend mit Soulsonic braucht es nicht viel: Gedämpftes Licht, ein intimer Rahmen und die rauchige Stimme von Sängerin Romana Reiff. Im Kasseler Theaterstübchen präsentierte sie mit Bühnenpartner Andreas Köthe am E-Piano Cover-Songs unterschiedlicher Stilrichtungen in neuem Gewand.

Soulsonic laden ihr Publikum zum Träumen ein und nehmen es mit auf eine Reise quer durch die Popgeschichte. Doch Covern bedeutet bei dem Kasseler Duo niemals Kopieren - Reiff gibt den Stücken durch ihre eigenwillige Interpretation eine starke individuelle Note, Köthe verwandelt an den Tasten massentauglichen Pop in kraftvolle Balladen.

Charthits, die Radiosender scheinbar längst totgespielt hatten, bringen Soulsonic ihrem Publikum durch die Verfremdung wieder näher. So entpuppt sich der Ohrwurm „Die perfekte Welle“ von Juli in einer auf Gesang und Klavier reduzierten Version als melodische Pop-Perle jenseits des Mainstreams. Auch der Nirvana-Klassiker „Smells like teen spirit“ kommt durch Soulsonics Interpretation zu neuen Ehren: Romana Reiff ringt dem zornigen Grunge-Kracher aus den 90ern ganz sanfte Töne ab, zeigt die Traurigkeit, die sich hinter der Wut des Originals verbirgt. Norah Jones’ Ballade „Come away with me“ widmete Andreas Köthe dem kürzlich verstorbenen Regisseur Christoph Schlingensief.

Doch mit Evergreens wie „Qué será, será“ von Doris Day oder „You got it“ von Roy Orbinson schlugen die Kasseler auch heitere Töne an. „Ihr seid nicht nur zum Spaß hier“, wies Romana Reiff die Zuschauer zum Mitsingen an. Die ließen sich nicht lange bitten und übernahmen etwa bei „I’m easy“ von Faith No More spontan den Hintergrundgesang.

Mal verspielt kokett, mal rauchig verrucht zeigt Ramona Reiff auf der Bühne ein breites stimmliches Spektrum. So wurden Soulsonic ihrem Bandnamen gerecht und schufen eine Atmosphäre, die der Kerzen nicht bedurft hätte. Eben mit ganz viel Seele.

Von Kristin Dowe

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