„In alter Frische“: Die Galerie Art-Privat am Bebelplatz

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Galerie im Hausflur: Nora von der Decken im Spiegel mit Bildern von Jan M. Petersen.

Kassel. Nach fünf Jahren Galerie Art-Privat stellte sich die Frage nach dem Weitermachen. Muss man sich immer wieder neu erfinden? Welche Ansprüche haben Besucher und Künstler?

Ist so ein Galeriebetrieb noch zeitgemäß in einer Ära greller Posen, wo nur mal einer die Hand zum wohlkalkulierten Hitlergruß recken muss und ganz Deutschland erwartungsgemäß vom Sofa aufspringt und übelnimmt?

Man ist sofort mitten drin im schönsten Kunstgespräch, wenn man diese große Altbauwohnung am Bebelplatz besucht. Nora von der Decken betreibt sie mit ihrem Mann, dem Musiker und Komponisten Till Mertens. Der riesige Wohnungsflur ist die Galerie Art-Privat. Klar, hier wird gewohnt und dennoch fühlt man sich nicht als Eindringling.

Bilder, Zeichnungen, Grafiken, Malerei, Mixed Media und Fotografien von 21 Kasseler und internationalen Künstlern hängen derzeit an den Wänden. In Vitrinen kleine Plastiken und liegende Miniaturbilder. Entdeckungsreise ist angesagt durch ein privat-öffentliches Refugium der Künste.

„Unsere Künstlerinnen und Künstler wollten, dass wir weitermachen und haben uns dazu ermutigt“, sagt von der Decken. Die aktuelle Ausstellung heißt denn auch „In alter Frische“, und so wird sie auch präsentiert. Gezeigt wird bewusst nichts, was für diese Ausstellung neu entstanden ist, sondern das, was von der Decken und Mertens seit Langem schätzen und besitzen.

„Wir genießen unsere private Sammlung“, sagt von der Decken. Das merkt man auch. Gleichwohl werden die Arbeiten - „Kunst, die uns gefällt“ - nicht in klassischer Galerie-Hängung dargeboten, also getrennt nach Künstlern oder Werkgruppen. Alles wurde in neue Zusammenhänge gebracht, sich gegenseitig erhellend, ergänzend, widersprechend und befragend: Kunst in vielfältigem, spannendem Dialog in ungewöhnlichem Ambiente - Art privat eben.

Friedrich-Ebert-Straße 149, 2. Stock rechts, Fr/Sa 15 bis 18 Uhr u. n. V., Tel. 0561/771844.

Die Künstler

Ausgestellt sind die Kasseler Künstler Christine Reinckens, Carola Ruf, Rahim Bader Nia, Andrea Müller-Osten, Klaus Baum, Reinhold Weber, Nora von der Decken, Rita Ostrowskaja, Ute Mescher. Außerdem zu sehen: Shila Gouda (Indien), George Hallett (Kapstadt), Susanne Claussen, Barbara Mensc Lia Zuvilivia, Philip Cheung (alle New York), Uli Burns (Australien), Jan M. Petersen, Susanne Moll, Leva Jansone (alle Berlin), Thomas Kälberloh (Hamburg), Kaja El Atar (Köln).

Von Andreas Gebhardt

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