Wie ein altes Ehepaar - der „Tatort“ aus Köln

Bislang dachten wir, dass Edgar Selge für immer als einarmiger „Polizeiruf“-Kommissar aus München in unseren Köpfen weiterleben wird. Tut er natürlich auch, nachdem er leider in Pension gegangen ist.

Aber nach dem gestrigen Kölner „Tatort“ werden wir ihn auch als Transsexuelle Trudi Hütten nicht mehr vergessen.

„Altes Eisen“, der 50. Fall der WDR-Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär), erzählte die anrührendste Liebesgeschichte seit Langem an einem Krimi-Sonntagabend.

Ich bin immer irgendwo dazwischen. Das ist der Platz, den der liebe Gott mir zugewiesen hat“, sagte Selge als Mann im falschen Körper, der sein ganzes Leben auf der Suche nach Normalität war. Regisseur Mark Schlichter und Autor Mario Giordano erzählten jedoch nicht nur von einer unkaputtbaren Liebe, sondern auch von einem Stadtviertel im Umbruch, in dem bald kein Platz mehr für die Alten, Schwachen und Unnormalen sein wird.

Passend dazu benahmen sich die zuletzt etwas zu routinierten Kommissare wie ein altes Ehepaar, dem man gern zusieht. Weil Ballauf aus Liebeskummer zum BKA nach Wiesbaden wechseln wollte, versuchte Schenk ihn umzustimmen: „Das ist noch immer unsere Show. Rock ’n’ Roll!“. Dieser leise „Tatort“ zeigte, dass Rock ’n’ Roll nicht immer laut sein muss.

Von Matthias Lohr

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