Altmeister Hellmut Hattler und Band in Hochform

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Hat in Kassel immer ein Heimspiel: Bassist Hellmut Hattler.

Kassel. Zurück aus „dem Osten, ist irgendwie Ausland“, fühlte Hellmut Hattler (60) sich im Schlachthof wie zu Hause - kein Wunder, hat er hier doch mit seinen verschiedenen Formationen quasi immer eine Art Heimspiel.

Um die hundert Besucher unterschiedlicher Altersklassen durften am Sonntagabend die vierköpfige, unter dem Namen des nimmermüden Ulmer Fusion-Bassisten angetretene Band in vor Spielfreude strotzender Hochform erleben.

Im Verlauf von zwei Stunden boten die drei perfekten Instrumentalisten und die soulige Sängerin Fola Dada ein verdichtetes Klanggebräu, das vielleicht am ehesten in der Schublade Acid Jazz einzuordnen ist. Elemente aus HipHop, Rap und House wurden zu einer sofort und ständig den Bewegungsdrang animierenden Legierung verschmolzen.

Hattler ist ohne die stilbildende Nutzung elektronischer Sounds nicht denkbar, und so wurde reichlich mit Samples und digitalen Effekten gearbeitet. Für deren ultrapräzisen und kreativen Einsatz zeichnete vornehmlich Drummer Oli Rubow verantwortlich. Seinem minimalistischen Zwei-Trommel-Schlagzeug hätte er sonst wohl keine Congas, Bells und afrikanischen Chorgesänge entlocken können.

Auch Torsten de Winkel zauberte aus Gitarren und elektrischer Sitar erstaunliche Klänge hervor, die man eher einem Synthesizer zuordnen würde. Mit seinen orientalisch anmutenden, sich wiederholenden Läufen erzielte er eine tranceartige, hypnotische Wirkung.

Ohne sich in den Vordergrund zu spielen, glänzte Bass-Derwisch Hattler mit einigen wohl dosierten Soloeinlagen, die sich jedoch organisch in das sehr kompakte und gleichberechtigte Bandformat einfügten.

Das Publikum konnte nicht genug bekommen, und die Gruppe dankte mit drei Zugaben.

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