Drittes Bluegrass-Jamboree-Festival im Kulturzentrum Schlachthof vor vollem Haus

Amerika in der Nordstadt

Aus den USA: (von links) Eli West und Cahalen Morrison. Foto: Schachtschneider

KASSEL. Drei sehr unterschiedliche Bands begeisterten am Dienstagabend das Publikum im Schlachthof beim dritten Bluegrass Jamboree.

Das Festival wurde musikalisch durch die beiden Saitenvirtuosen Cahalen Morrison und Eli West aus Seattle eröffnet. Durch ihren ernsten, archaischen Stil wirkten sie der Tradition am engsten verbunden. Mit beeindruckender Selbstverständlichkeit meisterten die Musiker auch rhythmisch vertrackte Unisono-Läufe auf Banjo, Mandoline und Gitarre in atemberaubenden Tempi. Wunderbar auch der exakt gesetzte zweistimmige Gesang, was in einem kurzen A-cappella-Song besonders zum Ausdruck kam.

Als zweite Band des Abends hatten die extrovertierten Deadly Gentlemen schon nach wenigen Takten den Saal mit ihrem Gute-Laune-Virus infiziert, und es wurde eifrig mitgeklatscht.

Wie bei allen Gruppen wurde auch hier das Schlagzeug nicht vermisst, die Offbeats übernahmen Mandoline, Gitarre oder Bass. Die fünf „tödlichen Herren“ kümmerten sich nicht um Konventionen und vermischten mitreißend und souverän Bluegrass mit Pop, Jazz und Rock. Herausragend der mehrstimmige Gesang und das innovative Banjo-Picking von Bandleader Greg Liszt.

Della Mae, den „Töchtern des Bluegrass“, war es vorbehalten, das Festival zu beschließen. Diese rein weiblich besetzte Supergroup mit einigen der besten Musikerinnen des Genres bestach besonders durch überragenden, glasklaren Solo- und Harmoniegesang. Celia Woodsmith dominierte hier mit ihrer positiven Ausstrahlung und Bühnenpräsenz, ohne ihre Mitspielerinnen in die Ecke zu drängen. So hatte jede genug Raum, um solistisch zu glänzen.

Zum Abschluss gab es eine große Jamsession aller beteiligten Musiker und Musikerinnen. Frenetischer Applaus.

Von Wolfgang Wollek

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